Ein sehenswertes Vermächtnis

von Redaktion

Die ZDF-Dramaserie „Kabul…“ zeigt Hollywoodstar Eric Dane in seiner letzten Rolle

Eric Dane in der Rolle des CIA-Agenten Martin. © Mitropoulou

Erst im Februar erlag Hollywoodstar Eric Dane mit nur 53 Jahren seiner ALS-Erkrankung (Amyotrophe Lateralsklerose). In einem bewegenden Netflix-Interview richtete der Schauspieler „Famous last words“ („Berühmte letzte Worte“) an seine beiden Töchter. Dem Publikum, das Dane als charismatischen Chirurgen Mark Sloan in der Krankenhausserie „Grey’s Anatomy“ feierte, schenkte er eine letzte große Fernsehrolle. In der internationalen Dramaserie „Kabul – Flucht aus der Hölle“, die nun in Deutschland Premiere feiert, ist er noch einmal zu sehen: als CIA-Agent Martin, der in den letzten Tagen vor der Machtübernahme der Taliban versucht, einen Terroranschlag zu verhindern – und dabei Entscheidungen treffen muss, die über Leben und Tod bestimmen.

Die sechsteilige, beklemmende Serie führt zurück in den August 2021. Im April kündigte damals US-Präsident Joe Biden den Abzug aller US-Streitkräfte aus Afghanistan bis zum 11. September 2021 an. Die Taliban übernahmen daraufhin die Macht im Land. Die darauffolgenden Bilder gingen um die Welt: Menschen, die verzweifelt versuchten, Afghanistan zu verlassen, überfüllte Flughäfen, militärische Evakuierungen und der überstürzte Abzug internationaler Truppen. Was in der täglichen Berichterstattung oft nur als Schlagzeile oder kurze Nachricht erschien, erzählt „Kabul – Flucht aus der Hölle“ aus der Perspektive der Menschen, die mitten im Chaos gefangen waren.

Dabei verzichtet die europäische Koproduktion auf eine reine Rekonstruktion historischer Ereignisse. Stattdessen verknüpft sie mehrere fiktionale, eng an reale Begebenheiten angelehnte Handlungsstränge zu einem beklemmenden Panorama der letzten Tage vor dem Fall Kabuls. Im Mittelpunkt stehen eine afghanische Familie, die plötzlich um ihr Überleben kämpfen muss, Bundeswehrsoldaten, die auf eigene Faust einen afghanischen General retten wollen, internationales Botschaftspersonal, das unter enormem Zeitdruck Evakuierungen organisiert, sowie Danes CIA-Team, das einer Terrorzelle des sogenannten Islamischen Staates auf der Spur ist.

Gerade diese verschiedenen Blickwinkel verleihen der Serie ihre Wucht. Sie zeigt nicht nur politische Entscheidungen und militärische Abläufe, sondern vor allem die persönlichen Schicksale dahinter: Angst, Hoffnung, Loyalität und moralische Dilemmata in einer Situation, in der jede Entscheidung unumkehrbare Folgen haben kann.

Visuell aufwendig inszeniert und mit internationaler Besetzung erzählt, entstand „Kabul – Flucht aus der Hölle“ als außergewöhnliche europäische Gemeinschaftsproduktion der öffentlich-rechtlichen Kooperationen European Alliance und New8 gemeinsam mit dem griechischen Sender Cosmote TV. Gedreht wurde 2024 in Athen und Umgebung.

Für Eric Dane ist die Serie zugleich ein bewegender Abschied. Trotz seiner schweren Erkrankung stand der Schauspieler noch zwei Monate vor seinem Tod vor der Kamera. Mit „Kabul – Flucht aus der Hölle“ hinterlässt er eine eindringliche Darstellung eines Mannes, der zwischen Pflicht, Verantwortung und Menschlichkeit gefangen ist. Die sechs sehenswerten Folgen sind ab sofort in der ZDF-Mediathek verfügbar. Im linearen Fernsehen laufen sie außerdem vom 27. bis 29. Juli an drei aufeinanderfolgenden Abenden ab 22.45 Uhr im Spätprogramm.AKI/DPA

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