Freundschaft im Härtetest

von Redaktion

Eine Berghütte – zwei Welten: Die ZDF-Komödie „Nix ist fix“ lädt zum Generationenduell

Kein friedliches Wochenende für Harry (Marcel Mohab), Paula (Friederike Kempter), Juliane (Julia Koschitz), Pascal (Maximilian Brückner), Sanne (Katrin Wichmann), Edwin (Felix Hellmann) und Ines (Brigitte Hobmeier, von li.). © S. Leo/ZDF (2)

Es soll eine entspannte Auszeit in den Alpen werden: Juliane und sechs Langzeitfreunde treffen sich für ein gemeinsames Wochenende in ihrem abgelegenen Chalet. Doch die Wiedersehensfreude hält nicht lange. Erst fährt die Seilbahn nicht, dann erwartet die Gruppe nach dem mühsamen Aufstieg die nächste Überraschung: Drei Fremde haben sich in der Hütte eingerichtet – und weigern sich zu gehen. Maximilian Brückner, Julia Koschitz und Friederike Kempter gehören zur hochkarätigen Besetzung der Tragikomödie „Nix ist fix“, die das ZDF ab sofort in der Mediathek und am Montag um 20.15 Uhr im Fernsehen zeigt.

Auf engem Raum prallen zwei Generationen mit gegensätzlichen Lebensentwürfen aufeinander. Auf der einen Seite Juliane (Julia Koschitz) und ihre Freunde zwischen 40 und 50 – geprägt vom Glauben an Leistung, Eigentum und Aufstieg. Julianes luxuriöses Chalet steht sinnbildlich für diesen Erfolg. Auf der anderen Seite stehen Tomek, Vince und die schwangere Alma. Sie haben dem Kapitalismus den Rücken gekehrt, lehnen Staat und Besitz ab und leben in einer polyamoren Beziehung. Das leer stehende Chalet haben sie als Unterschlupf gewählt, weil Alma dort ihr Kind zur Welt bringen will.

Die Freunde wollen die Besetzer sofort hinauswerfen. Doch die reagieren gelassen und laden kurzerhand zum Rehbraten ein. „Dann machen wir einfach noch ein paar Knödel mehr“, schlägt Alma (Camille Dombrowsky) vor und ergänzt: „Sucht euch einen Schlafplatz, ist doch groß genug hier.“ Erschöpft vom Aufstieg bleibt der Gruppe zunächst nichts anderes übrig, als zu bleiben.

Beim Abendessen verhärten sich die Fronten. „Ihr könnt wirklich vögeln, wie ihr wollt – dreifach, geschichtet, doppelt, gequirlt, gestapelt, egal, aber nicht hier, nicht im Haus meiner Freundin“, schimpft Ines (Brigitte Hobmeier). Hausbesetzer Tomek (Simon Morzé) entgegnet Juliane: „Das Recht, dieses Haus hier zu bewohnen oder einen Besitzanspruch zu stellen, muss an deine Aufenthaltsdauer geknüpft sein. Und wir sind dieses Jahr schon länger hier als du.“

Im Laufe des Abends geraten jedoch weniger die Besetzer als die Freunde selbst aneinander. Alte Konflikte und verdrängte Wahrheiten brechen auf und stellen ihre langjährige Freundschaft auf die Probe. Mit „Nix ist fix“ ist Dominique Lorenz (Drehbuch) und Natalie Spinell (Regie) ein kluger Ensemblefilm gelungen, der gesellschaftliche Debatten mit scharfem Humor verbindet und keine Seite schont.

„Obwohl viele Gemeinheiten ausgeteilt werden, ist der Film für mich vor allem eine Liebeserklärung an das wertvolle Gut der Freundschaft“, sagt Schauspielerin Julia Koschitz. Krisen hätten viele ihrer Freundschaften eher gestärkt. „Im Gegenteil: Viele sind daran gewachsen.“ Ihre Kollegin Friederike Kempter findet die Generationenkonflikte im Film keineswegs überzeichnet. „Ich erlebe aber die gegensätzlichen Haltungen auch innerhalb der Generationen.“ Entscheidend sei, im Gespräch zu bleiben – auch wenn das „manchmal mühsam und anstrengend“ sei.

Für Maximilian Brückner, der im Film einen unterwürfigen Ehemann spielt, der es ständig allen recht machen möchte, braucht eine lange Freundschaft auch „harte Auseinandersetzungen“. „Man lernt voneinander, hört einander zu und setzt sich ehrlich miteinander auseinander.“ Vor allem solle man sich nichts schönreden: „Nichts ist schlimmer, als sich die Realität so hinzubiegen, wie man sie gerne hätte, anstatt sie so zu sehen, wie sie ist.“SILKE SULLIVAN

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