Gloria Gray freut sich auf das neue Café. © A. Frank Schmidt
Ob Landeshauptstadt München oder Woid-Heimat Zwiesel – egal, wo die expressive Entertainerin Gloria Gray (60) agiert, ist was los! Wären Mieten und Löhne an der Isar nicht so exorbitant teuer, hätte sie ihr neues Café mit Bühne wohl dort eröffnet, wo sie einst im Showbiz anfing, nachdem sie – noch als Mann – aus der Enge des Bayerischen Waldes floh, um endlich die Frau zu sein, die in ihr steckt. Jahrzehntelang war München Glorias Wahlheimat.
Vor 15 Jahren kehrte das ehemalige Wirtskind nach Hause, nach Zwiesel, zurück, um die kranken Eltern zu unterstützen und frischen Wind in die Provinz zu bringen. Mit ihrem ersten Café Gloria, das sie 2010 in einem ehemaligen Pferdestall der benachbarten Glashütte Theresienthal eröffnete, landete sie einen Volltreffer. Kuchen und Torten, Bühnenprogramm und Publikum – das Café avancierte zum Hotspot. Gäste kamen aus München, Regensburg und von überallher. Das Provinzcafé wurde so berühmt wie seine Inhaberin. Als 2013 die Mutter an Krebs starb und der Vater pflegebedürftig wurde, musste Gloria schweren Herzens die Reißleine ziehen. Das Café wurde zur Legende.
Doch Gloria hat die Gastronomie im Blut. Immer wieder überlegte sie, wie sich ein tragfähiges Konzept mit Bühne und moderaten Preisen verwirklichen ließe. Ihr Blick fiel auf ein leer stehendes Info-Zentrum der Stadt am Ortseingang. 1988 hochwertig mit viel Glas und Holz erbaut, hatte es sich nicht getragen; die Auskunft zog ins Rathaus. Auch eine Nachnutzung durch den Landkreis scheiterte an den Kosten. Das Glashaus stand wieder leer. „Es hat mich schon so viele Jahre angelacht“, erzählt Gloria Gray. Noch wartet sie auf die Konzession, außerdem muss das Gebäude für die Gastronomie angepasst werden. Drinnen wird es 50 bis 60 Plätze geben, draußen locker 100. Auf den Tisch kommen Kuchen und kleine Gerichte wie Suppen, Schwammerl oder Mehlspeisen – frisch zubereitet. Abends wird die Bar zur Bühne für Musiker und Kabarettisten. Chris Kolonko hat bereits zugesagt.
Mitte September soll Eröffnung sein. Zunächst wird das Café nur am Wochenende bespielt, weiteres Wachstum nicht ausgeschlossen. Und wenn gerade Not an Mann oder Frau ist: Petra Perle, die in der Nähe wohnt, will einspringen. So verspricht Café Gloria 2.0 schon jetzt ein unterhaltsames Unternehmen zu werden.ULRIKE SCHMIDT