Starke Titelfigur: Inspector Ikmen (Haluk Bilginer). © ZDF
Er ist ziemlich zerstreut und etwas verstrubbelt, aber listig wie ein Fuchs. Cetin Ikmen, Held einer neuen Krimiserie aus der Türkei, ist eine Art Columbo vom Bosporus, der wegen seiner liebenswürdigen Art und scheinbaren Harmlosigkeit von allen immer ein bisschen unterschätzt wird und sich genau das zunutze macht. Der 72-jährige Schauspieler Haluk Bilginer ist genau die richtige Besetzung für den Protagonisten der britisch-türkischen Krimiserie „Inspector Ikmen – Tod in Istanbul“, die jetzt als Free-TV-Premiere zu sehen ist: Das ZDF zeigt seit dem vergangenen Wochenende sonntags um 22.15 Uhr jeweils zwei Folgen der spannenden internationalen Produktion, die mit facettenreichen Figuren und viel Atmosphäre aus der mal quirligen, mal geheimnisvollen Millionenmetropole Istanbul punktet, inklusive der unzähligen streunenden Katzen, die aus dem Stadtbild nicht wegzudenken sind und die von vielen Einwohnern liebevoll gefüttert werden. Zu sehen auch in der Mediathek.
In seinem ersten Fall muss Cetin Ikmen den Tod einer jungen Frau aufklären, deren Leiche auf dem Gelände eines Friedhofs gefunden wurde. Bevor er sich in die Ermittlungen stürzt, muss der dreifache Familienvater aber erst mal seinen neuen Kollegen Mehmet Suleyman (Ethan Kai) vom Istanbuler Flughafen abholen. Der junge Kommissar kehrt nach einem längeren Aufenthalt in London in seine Heimatstadt zurück und ist erstaunt über den freundlichen älteren Herrn, der ihn abholt und ihn mitsamt den Koffern in seinen Wagen bugsiert.
Er ahnt noch nicht, dass es sich bei dem graubärtigen Mann, der auf den Istanbuler Straßen mit einem Höllentempo unterwegs ist, um seinen künftigen Vorgesetzten Ikmen handelt. Als sich der Irrtum aufklärt, ist Suleyman erst mal blamiert, doch für derlei Gefühlsregungen haben die beiden neuen Kollegen keine Zeit. Sie werden zu einem Friedhof gerufen, auf dessen Gelände die Leiche der jungen Gözde Seren gefunden wurde…
Die Serie basiert übrigens auf den Cetin-Ikmen-Krimis der britischen Bestseller-Autorin Barbara Nadel, von denen seit 1999 acht auch ins Deutsche übersetzt worden sind.MARTIN WEBER