Bluesrock ohne Schnickschnack

von Redaktion

The Black Keys machen auf ihrer Welttournee Station im ausverkauften Münchner Zenith

Trotzig und roh ist der Sound von The Black Keys. © Brack

Dan Auerbach ist kein Mann großer Worte. Sehr viel mehr als „Danke, dass Ihr heute Abend gekommen seid“ wird der Sänger und Gitarrist der Black Keys nicht sagen. Muss er auch nicht. Das Bluesrock-Duo aus Ohio lässt im ausverkauften Zenith die Instrumente sprechen. In absoluter Perfektion und unter dem Jubel von 6000 Fans.

Die Rolle des Frontmanns teilen sich Auerbach und Patrick Carney, der sein Schlagzeug gleichermaßen stoisch wie wuchtig am linken Bühnenrand bearbeitet. Er trommelt den Herzschlag des Auftritts, in den Dan Auerbach seine messerscharfen Gitarrenriffs einbettet. Längst touren The Black Keys nicht mehr als Duo. Eine vierköpfige Band begleitet sie auch auf der „Peaches’n Kream World Tour“. Gitarrist Barrie Cadogan liefert sich dabei mit Auerbach minutenlange, psychedelisch anmutende Duelle, die Lieder wie „Gold on the Ceiling“ auf ein anderes Level heben.

Psychedelisch stellenweise auch die Lava-Lampen-Lichteffekte, der einzige Schnickschnack, den sich die Band neben einem prunkvollen roten Theatervorhang und einem bunt leuchtenden Logo-Schriftzug als Bühnendekoration gönnt. Das ist schön anzuschauen. Die Black Keys könnten aber auch in einem düsteren Hinterhof spielen und würden ihr Publikum mitreißen. Dreckig, trotzig und roh ist ihr Sound, dem selbst das Zenith nichts anhaben kann.

So kommen die Besucher an diesem Mittwochabend in den Genuss von Perlen wie „Howling For You“, „Lo/Hi“ oder dem Stooges-Cover „I Wanna Be Your Dog“. Die Fans in München haben gleich doppelt Glück: Das Konzert am Montag in Bern musste die Band noch krankheitsbedingt absagen. Im Zenith präsentierten sich The Black Keys bei bester Gesundheit. Und bei Stimme: Dan Auerbach wechselt ohne sichtbare Anstrengung von rauem Rock in butterweiches, souliges Falsett. Beides nutzt er fürs Finale mit „Little Black Submarines“. Und natürlich „Lonely Boy“, der vermutlich bestmögliche Rausschmeißer. Mehr als „Danke, dass Ihr gekommen seid“ gibt‘s dazu wahrlich nicht zu sagen.KATHRIN BRACK

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