„Maßvolles Handeln ist im Inntal angesagt“, so Bettina Moser, Wirtschaftsförderin im Landkreis Rosenheim, zur wirtschaftliche Entwicklung im Inntal. Zum einen sei das Inntal ein optimaler Standort für Gewerbeansiedlungen, zum anderen gelte es, „das Lebenswerte im Inntal zu erhalten“, sagt die Wirtschaftsgeografin, die zudem Management in erneubaren Energien studiert hat, im Gespräch mit den OVB Heimatzeitungen.
Frau Moser, Wirtschaftsförderung im Landkreis Rosenheim – was hat man sich darunter vorzustellen?
Die Wirtschaftsförderstelle berät und vermittelt. So geben wir Hilfestellung bei der Suche nach Gewerbestandorten, führen Informationsveranstaltungen durch, wirken bei wirtschaftsspezifischen Projekten mit oder beraten Existenzgründer und Unternehmer. Dabei nehmen wir auch an der Vorbesprechung von Genehmigungsanträgen mit Beteiligung der Baubehörde, des Immissionsschutzes, der Unteren Naturschutzbehörde, des Sachgebiets Wasserrecht oder auch des Wasserwirtschaftsamtes und des Amtes für Landwirtschaft und Forsten teil. Sehr wichtig sind zudem die Betriebsbesuche zusammen mit dem Landrat. Ein großer Aufgabenbereich ist das Digitale Gründerzentrum „Stellwerk 18“, mit dem die Digitalisierung in der Region vorangetrieben werden soll.
Sie sind mit Ihrer Stelle eng nach innen und außen vernetzt.
Ja, wir arbeiten zum Beispiel eng mit der Stadt Rosenheim, der IHK, der Kreishandwerkerschaft, der Hochschule Rosenheim und vielen weiteren Institutionen lokal, regional wie auch überregional zusammen. Wir pflegen Kooperationen mit Verbänden, sind in verschiedensten Gremien und Arbeitsgruppen vertreten.
Ein weiterer Schwerpunkt Ihrer Arbeit ist die Analyse und Aufarbeitung von Zahlenmaterial.
Es gilt die vorhandene Unternehmensdatei zu pflegen. Zudem werten wir aktuelle Wirtschaftsdaten aus und stellen diese Zahlen zur Verfügung.
Sie selbst sind eine gebürtige Rosenheimerin, wohnen jetzt in Brannenburg. Auf den Wirtschaftsmotor Inntal angesprochen: Wie sehen Sie die Zukunft dieser Region?
Das Inntal ist und bleibt ein wirtschaftlicher Motor. Hier gibt es tolle Firmen, die in der Tradition verankert sind, sich jedoch neuen Entwicklungen nicht verschließen. Hinsichtlich einer zunehmenden Flächenknappheit gilt es neue Wege zu gehen, etwa in Richtung interkommunaler Gewerbegebiete. Aber auch in der Region Inntal, die doch mit erheblichen Veränderungen zu kämpfen hat, gilt es, maßvoll zu handeln – denken Sie nur an den Bereich Verkehr.
Das Lebenswerte im Inntal muss erhalten bleiben.
Eva-Maria Gruber