Sie benutzen keine Instrumente, verschreiben keine Medikamente und wenn Osteopathen mit den Händen behandeln, glaubt manch ein Patient, sie würden die Hände nur sanft auflegen und auf Besserung warten.
Doch dieses meist sanfte Berühren genügt, um mit den langjährig geschulten und extrem feinfühligen Händen in den Körper „hineinzuhorchen“, nach Funktionsstörungen zu suchen und diese zu behandeln.
Im Mittelpunkt der osteopathischen Untersuchung stehen Funktionsstörungen, die überall im Körper auftreten können. Sie zeigen sich dem Osteopathen in veränderten oder eingeschränkten Bewegungen einzelner Körperstrukturen. Funktionsstörungen stehen oft zu Beginn von Beschwerden oder Krankheiten. Der Körper versucht sie zu kompensieren.
Kann er aber eine Kompensation nicht aufrechterhalten, treten Beschwerden auf oder es bricht eine Krankheit aus. Rechtzeitig angewandt, kann die Osteopathie solchen Beschwerden und Krankheiten vorbeugen.
Unterstützung zur Selbstheilung
In der Osteopathie geht es aber nicht darum, Korrekturen aufzudrängen, sondern sie sanft hervorzurufen: Der Therapeut unterstützt so lediglich die Selbstheilungskräfte des Körpers. Als eigenständige, manuelle Form der Medizin ist die Osteopathie vor knapp 140 Jahren in den USA entstanden und wurde seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Heute kommt sie in der Prävention und Therapie unterschiedlichster Beschwerden zur Anwendung, zum Beispiel bei Kopf- und Rückenschmerzen oder Verdauungsbeschwerden.
Ihre Vorzüge kommen vor allem auch Neugeborenen, Babys und Kindern zugute, bei denen Schwangerschaft, Geburt und das rasante Wachstum zu den vielfältigsten Funktionsstörungen führen können.
Doch bei allen Vorzügen ist die Osteopathie kein Allheilmittel. Sie kann vielfach Mittel der Wahl sein, oft begleitend helfen, aber in bestimmten Fällen auch nicht angezeigt sein.
Ein Osteopath kennt aber seine Grenzen und weiß, wann er eine zusätzliche oder eine andere Therapie zum Wohle seines Patienten vorschlagen muss.