Bewusst bauen

von Redaktion

Mit fünf Hebeln viel Geld beim Hausbau sparen

CAPAROL

Suffizientes Bauen

Höher, größer, weiter: Beim Hausbau schöpfen zukünftige Eigenheimbesitzer das Budget häufig bis auf den letzten Cent aus. Doch vieles von dem, was sie kaufen und bauen, benötigen sie eigentlich gar nicht. Dabei entlastet gerade bewusstes und sparsames – Experten nennen es suffizientes – Bauen den Geldbeutel. Gleichzeitig schont es die Umwelt. Mit welchen Hebeln Bauherren ihre Planung prüfen, erläutert Architekt Sven Haustein von der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Raumbedarf

Laut Statistischem Bundesamt betrug die Wohnfläche je Wohnung Ende 2016 durchschnittlich 92,2 m2, die Wohnfläche je Einwohner 46,3 m2. Damit haben sich die Wohnfläche je Wohnung seit dem Jahr 2000 um 7,7 m2,und die Wohnfläche je Einwohner um 6,8 m2,erhöht. Aber brauchen die Men-schen tatsächlich immer mehr Raum? „Wenn das Wohnzimmer zehn Quadratmeter mehr haben soll für Familienfeiern, die nur einmal jährlich stattfinden, darf man den Bedarf kritisch hinterfragen“, erklärt Haustein. „In so einem Fall ist das Anmieten eines Veranstaltungsraums auf lange Sicht günstiger.“ Bauherren sparen pro Quadratmeter weniger Fläche 1500 bis 5500 Euro ein – abhängig von den Baumaterialien. Dabei sind die laufenden Kosten noch nicht mitgerechnet, denn langfristig bedeutet mehr Fläche auch einen höheren Energieverbrauch.

Braucht es den Keller?

Ein Keller bietet zwar viel Stauraum, schlägt aber auch mit hohen Kosten zu Buche. Daher sollten Bauherren genau abwägen, ob sie den zusätzlichen Platz überhaupt benötigen. „Ein Keller erhöht die Baukosten um ungefähr 15 Prozent“, so Haustein. „Wird kein Hobby- oder Fitnessraum benötigt, sammeln sich dort häufig nur unbenutzte Dinge, die besser weggegeben werden.“ Ein Geräteschuppen, der unausgebaute Dachboden oder die Einlagerung von Sportequipment beim Verein sind unterm Strich wesentlich günstiger. Sparpotenzial versteckt sich ebenfalls beim Autostellplatz: Ein Carport ist bereits ab 600 Euro zu bekommen, während die Preise für eine gemauerte Garage bei 10000 Euro beginnen.

Luxus im Bad

Pure Wohlfühloase oder reine Nasszelle – die Ausstattung des Badezimmers bietet ebenfalls Sparpotenzial: Ein Whirlpool klingt zunächst verführerisch, treibt aber den Gesamtpreis in die Höhe. Denn auch eine einfache Badewanne verspricht Entspannung im Wasser und gleichzeitig eine Kostenersparnis um die 3000 Euro, abhängig vom Modell. Aber es geht noch weiter: Wer Wannenbäder nicht schätzt, kann gleich auf den Einbau verzichten und den gewonnenen Raum anderweitig nutzen – beispielsweise für ein kleines Ankleidezimmer.

Hingucker?

Günstiger bauen heißt schlicht, einfacher bauen: Giebel, Erker oder Sprossenfenster sind zwar nett anzusehen, belasten aber auch die Finanzierung. Erker und Gauben starten beispielsweise mit Preisen ab 3000 Euro, je nach Ausführung kosten sie schnell das Vierfache.

Sonderformen?

„AuchderVerzichtaufSonderformenoderMehrteiligkeitbeiTürenundFensternlohntsich–schließlichmussnichtjedesElementgeöffnetwerden“,erläutertHaustein.„SoumgehenBauherrenteureSonderanfertigungen.“

Wieviel SmartHome?

Licht, das sich automatisch reguliert, Heizungen, die sich fernsteuern lassen oder ein intelligentes Überwachungssystem, das Einbrecher abschreckt: Teure Smart-Home-Technologien bieten viel – aber eben auch das Potenzial zu sparen. „Ist der Finanzierungsrahmen eng gesteckt, sollte man lieber in die Dämmung oder andere energetische bauliche Maßnahmen investieren als in smarte Zusatzfunktionen“, rät Haustein. „Solch technische Spielereien können in den meisten Fällen jederzeit nachgerüstet werden.“

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