von Redaktion

Wasser – das wichtigste Nahrungsmittel für den Menschen. Dass es in ausreichender Menge und hochwertiger Qualität zur Verfügung steht, dafür ist für die Gemeinden Amerang, Eiselfing und Schonstett der „Zweckverband zur Wasserversorgung der Schonstetter Gruppe“ zuständig. Er wurde 1971 gegründet und versorgt inzwischen die drei Gemeinden als Verbandsmitglieder mit circa 2300 Hausanschlüssen sowie teilweise die Nachbargemeinde Halfing und Vogtareuth mit Klinikum.

Den Verbandsvorsitz hat Augustin Voit, gleichzeitig Bürgermeister von Amerang, inne. Als Stellvertreter fungiert Georg Reinthaler, Bürgermeister von Eiselfing. Beide gehören auch den weiteren Organen des Verbandes – der Verbandsversammlung und dem Verbandsausschuss an.

Aufbau mit staatlicher Unterstützung

Als Grußwort schrieb der Erste Verbandsvorsitzende Ferdinand Schwenk anlässlich der Einweihung der Anlage am 4. Mai 1990: „Als ich im März 1972 zum Verbandsvorsitzenden gewählt wurde ahnte ich nicht, was alles auf mich zukommen würde. Ein Bauentwurf von 1971 lag zwar vor mit einem geprüften Kostenvoranschlag von 7570000 DM, aber kein Geld in der Kasse. Der erste Bauabschnitt sah die Versorgung von Schonstett sowie wesentlicher Teile von Amerang vor. Wegen der großen Wassernotstände wurde mit dem Bau 1973 begonnen, mit Darlehensfinanzierung. Die Zuschüsse des Bayerischen Staates stellten sich dann 1974 ein. Diese Versorgungseinrichtung war nur möglich mithilfe des Bayerischen Staates, dem wir alle für die großzügige Förderung zu Dank verpflichtet sind“, so Schwenk.

Weiter ist in dieser Festschrift zu lesen, dass der Zweckverband für sechs Bauabschnitte mit zuwendungsfähigen Kosten von 31281000 DM freiwillige staatliche Zuschüsse von 23312000 DM sowie zinsverbilligte Darlehen in Höhe von 325000 DM erhielt (so Baudirektor Kraus vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, April 1990).

Drei Hochbehälter

im Einsatz

Von der genehmigten Fördermenge von einer Million Kubikmeter der beiden Brunnen in Eiselfing und dem in Schonstett wurden 899000 Kubikmeter gefördert und davon wiederum 844000

Kubikmeter verkauft. Der Wasserverlust beträgt etwa sieben Prozent. Zum Bestand gehören drei Hochbehälter, wobei der Ameranger ein Fassungsvermögen von 2000 Kubikmeter aufweist, der in Eiselfing ist halb so groß und der in Schonstett verfügt über eine Kapazität von 500 Kubikmetern.

An Hauptleitungen sind in den Gemeindegebieten 170 Kilometer und an Hausanschlussleitungen circa 50 Kilometer verbaut. Schutzgebiete gibt es in Eiselfing und Schonstett. Beidseitige Notverbünde gibt es seit 1976 mit Harpfing und seit 1986 mit Babensham. Ein weiterer Notverbund mit Griesstätt besteht seit 2013. Bereits 2010 erfolgte eine Zertifizierung nach DVGW/TSM mit einer Nachprüfung im Jahr 2015. Dies ist auch ein freiwilliger Sicherheitsnachweis für die Bürger.

Im Haushalt stehen im Erfolgsplan den Erträgen von 942700 Euro Aufwendungen von 1198100 Euro gegenüber. Der Vermögensplan schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 1370000 Euro.

Investitionen aktuell und in Zukunft

Da eine Sanierung des Hochbehälters in Schonstett fast so teuer geworden wäre wie ein Neubau, entschied man sich für Letzteres. Insgesamt eine Million Euro brutto investierte der Zweckverband für den Neubau.

Der neue Hochbehälter wurde am vergangenen Montag feierlich eingeweiht und hat wie sein Vorgänger ein Fassungsvermögen von 500 Kubikmetern. Im Inneren sind zwei Edelstahlbehälter mit je 250 Kubikmetern Fassungsvermögen installiert. Der Unterbau wurde in Stahlbeton ausgeführt. Das Gebäude ist in Holzbauweise errichtet.

Auch in den kommenden Jahren wird stetig in den Unterhalt, die Sanierung, die Erweiterung und den Ausbau des Leitungsnetzes investiert. Dazu kommen die Überprüfungen der Schutzgebiete Eiselfing (Beginn des Verfahrens bereits im Jahr 2012) und Schonstett (ein Sachverständigenbüro wurde dazu 2017 beauftragt) sowie die Sanierung des Hochbehälters in Amerang in den nächsten Jahren mit geschätzten Kosten von circa 600000 Euro netto. Diese hohen Investitionen haben natürlich auch ihre Auswirkungen auf den Wasserpreis, da der Zweckverband sämtliche Kosten, die nicht durch Zuschüsse abgedeckt sind, durch Gebühren und Herstellungsbeiträge wieder refinanzieren muss. Der Wasserpreis beträgt momentan 0,90 Euro pro Kubikmeter und die Grundgebühr 90 Euro netto. Herstellungsbeiträge werden 2,13 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 6,92 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche jeweils netto erhoben.mv

Artikel 2 von 11