Liebe Leserinnen und Leser,
die Bedeutung der beruflichen Ausbildung für die Fachkräfte von morgen können wir kaum überschätzen: Denn schon in diesem Jahr fehlen bayerischen Betrieben rund 195000 beruflich Qualifizierte. Laut Prognose werden es 2030 über 400000 beruflich Qualifizierte sein. Deshalb muss uns alarmieren, dass jeder zehnte Ausbildungsplatz auch in diesem Jahr unbesetzt bleibt.
Qualifiziertes Personal zu finden, stellt viele Betriebe vor Schwierigkeiten – dabei sind die Fachkräfte das Fundament unserer erfolgreichen Wirtschaft. Ich sehe es daher als dringlichste Aufgabe, für die berufliche Bildung zu werben und ihre Gleichwertigkeit gegenüber der akademischen Bildung zu unterstreichen.
Darum geht es mir bei der Kampagne „Elternstolz“, die wir 2015 gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern in Bayern und der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern ins Leben gerufen haben. Elternstolz richtet sich – wie der Name sagt – speziell an Eltern, die häufig den Karriereweg der Heranwachsenden mitbestimmen. Nicht jedes Kind hat seine Stärken im akademischen Lernen. Entscheidend ist, was dem Kind liegt und welcher Weg am ehesten seinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht – theoretisch oder praktisch.
Daher müssen wir zeigen: Berufliche Bildung ist ein hervorragender Einstieg ins Berufsleben und ein ausgezeichnetes Sprungbrett für eine erfolgreiche berufliche Karriere.
Wir tun das mit Erfolg: Laut einer Marktforschungsstudie konnte die Einstellung der Eltern gegenüber einer beruflichen Ausbildung deutlich verbessert werden. Während zuvor schon 58 Prozent eine Ausbildung für ihre Kinder befürworteten, waren es nach der Kampagne sogar 64 Prozent.
Der Erfolg gibt uns also Recht. Deshalb werden wir „Elternstolz“ bis 2019 fortführen und jährlich mit rund einer Million Euro unterstützen. Damit investieren wir in eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft und in die Talente von morgen.
Ihre
Ilse Aigner
Bayerns
Wirtschaftsministerin