Berufsinformationstage sind oftmals der erste Kontakt, den Schüler mit der Berufswelt haben. Seit eineinhalb Jahren gibt es im Verbreitungsgebiet der OVB-Heimatzeitungen ein neues Projekt der IHK Bayern, das das Modell der Berufsinformationstage aufgreift und dennoch ganz anders durchführt. AusbildungsScouts heißt die Initiative. Junge Auszubildende stellen ihre Berufe vor und stehen für Fragen zur Verfügung. Ziel ist es, wieder mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung zu begeistern. Die AusbildungsScouts besuchen Vorabgangsklassen und berichten auf Augenhöhe über ihren Alltag, ihre Erlebnisse aber auch über die Herausforderungen, denen sie sich bereits stellen mussten.
Berichte aus
der Praxis
Es ist jedes Jahr das gleiche Bild: Viele Jugendliche verlassen die Schule, ohne einen konkreten Berufswunsch zu haben. Die Fülle der Möglichkeiten ist groß und manch einer zieht eine Ausbildung gar nicht erst in Betracht. Hier kommen die AusbildungsScouts ins Spiel. Sie können aus der Praxis berichten und liefern statt reiner Argumente hilfreiche Informationen aus ihrem Alltag.
Was macht ein AusbildungsScout?
Die AusbildungsScouts sind Repräsentanten für einen Berufszweig. Sie stellen ihre Berufe in den Vorabgangsklassen aller allgemeinbildenden Schulen, also an Gymnasien, Realschulen, Mittelschulen, Wirtschaftsschulen und Fachoberschulen vor und berichten über den eigenen beruflichen Werdegang. Aber nicht nur der eigene Weg wird aufgezeigt, sondern auch die Inhalte der Ausbildung und der Ablauf eines Arbeitstages. Wer mehr wissen möchte, für den stehen die AusbildungsScouts Rede und Antwort.
Wie wird man AusbildungsScout?
Die AusbildungsScouts haben in der Regel bereits ihr erstes Ausbildungsjahr beendet. Das heißt sie haben bereits ausreichende Erfahrungen sammeln können, um darüber zu berichten. Wer kommunikativ ist und auch den Auftritt vor einer Schulklasse nicht scheut, der kann sich dafür bewerben.
Dabei ist es unerheblich, welchen Ausbildungsberuf man aus dem IHK-Bereich ausübt und über welchen Schulabschluss der Scout verfügt. Die AusbildungsScouts werden in einem kostenlosen Seminar auf ihre Aufgabe vorbereitet. Am 18. Dezember findet das nächste Vorbereitungsseminar in Rosenheim statt und es sind noch Plätze frei!
Wie oft ist
man im Einsatz?
Der Zeitaufwand ist gemessen an der Erfahrung und dem Beitrag, den man für seine Branche leistet, überschaubar. AusbildungsScouts nehmen an dem eintägigen Vorbereitungsseminar teil und begleiten dann mindestens zwei Einsätze an Schulen.
An diesen Tagen werden sie von ihrem Arbeitgeber freigestellt. Die Termine an den Schulen erfolgen nach Rücksprache mit dem Unternehmen und dem Auszubildenden.
Wie läuft die Organisation?
Die IHK Bayern hat Regionalkoordinatoren, die sich um die Organisation kümmern. Sie vermitteln zwischen den Schulen und den Ausbildungsbetrieben und achten darauf, dass die Auszubildenden keine zu großen Entfernungen zwischen ihrem Betrieb und den Einsätzen an den Schulen zurücklegen müssen.
Wie läuft ein Schuleinsatz ab?
Die AusbildungsScouts besuchen meist zu zweit die Klassen. Ein Vortrag dauert eine Schulstunde. In diesen 45 Minuten berichten und beantworten die AusbildungsScouts die Fragen der Schüler.
Welchen Nutzen haben die Schüler?
Die Schüler haben die Möglichkeit von den Erfahrungen junger Erwachsener, die in ihrem Alter sind, aber bereits den Schritt in die Berufswelt gewagt haben, zu profitieren. Dadurch erhalten sie einen authentischen Einblick hinter die Kulissen des Ausbildungsberufs und können ganz offen alles fragen, was sie gerne über den Beruf wissen möchten.
Was bringt es dem Ausbildungsbetrieb?
Wer seinen Auszubildenden als AusbildungsScout auf die Reise schickt, macht nicht nur für sich selbst als Arbeitgeber Werbung, sondern unterstützt damit auch die ganze Branche, um zukünftige Fachkräfte für sich zu begeistern.
Zudem erweitern dadurch die Auszubildenden ihre Fähigkeiten. Sie treten sicherer auf und erwerben Wissen im richtigen Präsentieren.
Ein Projekt, das zum Mitmachen einlädt
Im Verbreitungsgebiet der OVB-Heimatzeitungen wurden bisher 169 AusbildungsScouts geschult. 77 Schulklassen besucht und 1800 Schüler erreicht. 85 Unternehmen aus der Region machen bereits bei AusbildungsScouts mit.
Weitere Informationen findet man auf www.ihk-ausbildungsscouts.de.