Am Sonntag und Montag, 15. und 16. Oktober, ist Kirchweihmarkt in Halfing. Seit etwa drei Jahrhunderten besitzt die Gemeinde Halfing das Marktrecht. Früher fanden jährlich zwei Märkte statt, in der Fastenzeit und im Herbst an Kirchweih. Bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts waren dies große Viehmärkte, denen Warenmärkte angegliedert waren.
Mit schwindendem Viehauftrieb dehnten sich diese Warenmärkte aus und gewannen stetig an Bedeutung. Letztes Überbleibsel der früheren Viehmärkte war der Ferkelmarkt am Kirchweihmontag, der aber auch schon seit mehr als 30 Jahren der Vergangenheit angehört.
Geblieben ist von den ursprünglich zwei Märkten im Jahreslauf der Kirchweihmarkt am dritten Oktobersonntag sowie am darauffolgenden Montag. Die alten Halfinger Gemeindeakten zeigen, dass der Markt bis 1885 nur am Kirchweihsonntag stattfand.
Nach mehreren Eingaben der Gemeinde gestattete die Königliche Regierung von Oberbayern von 1886 an „allergnädigst“ die Ausdehnung des Marktes auf zwei Tage.
Die Halfinger hatten allerdings vorher schon des Öfteren zwei Tage lang Markt gehalten, was die erzürnte Obrigkeit mehrfach zu harten Rügen und Strafandrohungen veranlasste. Auch heute erstreckt sich das Fest über zwei Tage und so wird der traditionelle Kirta-Montag in Halfing als eine der letzten Gemeinden der Region noch in besonderer Form gefeiert.
Früher war der Warenmarkt für die Landbevölkerung notwendig, um sich mit den Dingen des täglichen Bedarfs einzudecken. Heute ist er zum Volksfest geworden, das jedes Jahr Tausende von Besuchern aus der Gemeinde und dem Chiemgau anzieht. Hier ist ein Treffpunkt für Jung und Alt entstanden, für Gemeindebürger und „ausgewanderte“ Halfinger, die gern vergangene Festtage erneuern und für einen Tag oder ein Wochenende bei Freunden oder Verwandten verweilen.
Die Anziehungskraft des verbliebenen Warenmarktes an „Kirta“ blieb ungebrochen erhalten. Es werden weiterhin gute Geschäfte abgeschlossen und es wird auch sonst ausgiebig eingekauft. Das beweisen die zahlreichen Zulassungsgesuche von Fieranten und Schaustellern, von Gewerbetreibenden aus der Gemeinde und von Ortsvereinen. Viele Fieranten und Schausteller kommen schon seit Jahrzehnten, vielfach schon in der dritten Generation zum Halfinger Kirchweihmarkt.
An den Ständen und Buden rund um das Rathaus, entlang der Holzhamer Straße und am Angerweg ist ein vielfältiges und reichhaltiges Warenangebot zu finden. Am Glückshafen, der von der Grundschule betrieben wird, kann jeder sein Glück versuchen und auf den großen Gewinn hoffen. Für das technisch interessierte Publikum gibt es eine Landmaschinen- und Gartengeräteausstellung.
Um das leibliche Wohl der Besucher kümmert sich neben den herkömmlichen Brotzeitständen die Feuerwehr, die ihr Gerätehaus traditionell zur Festhalle umgestaltet hat. Auch zahlreiche Ortsvereine und die Gastwirte bieten an Ständen und Zelten eine reiche Auswahl an Speisen und Getränken. Daneben verbreitet sich der Duft von gebrannten Mandeln und anderen Spezialitäten, der die unverwechselbare Atmosphäre dieses Marktes ausgemacht.
Ausstellung „Kunst und Kirta“
Sehr beliebt ist die Ausstellung „Kunst und Kirta“. Hierbei präsentieren Hobbykünstler im Rathaus Gemälde und sonstige Kunstwerke.