Die Gesundheitsbranche muss der Realität ins Auge sehen: Lebensmittelpunkt vieler Patienten und Pflegebedürftiger ist das Bett. Mit dem Einzug in eine Pflegeeinrichtung reduziert sich der private Bereich und das Bett dominiert fortan den Wohnraum. Der Ort, an dem der pflegebedürftige Mensch einen wesentlichen Teil seines Alltags verbringt, muss vielen Ansprüchen gerecht werden. In Zeiten des Fachkräftemangels müssen neue digitale Lösungen her – schließlich wächst die Zahl der Pflegebedürftigen stetig. Bereits im Jahr 2015 waren fast drei Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen.
Keine Zukunftsvision
Ein Bett, das Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen mehr Sicherheit, Komfort und Entlastung bringt.
Nach einigen Pilotprojekten in den letzten fünf Jahren sind intelligente Pflegebetten nun technisch ausgereift. Seitdem tummeln sich einige Anbieter vernetzter Pflegebetten auf dem Markt. Das digitale Bett ist keine Zukunftsvision, sondern bereits Wirklichkeit.
Was kann das
Pflegebett von heute?
Kleine, smarte Sensoren im vernetzten Bett erfassen Messwerte. Zukünftig können sowohl stationäre als auch ambulante Pflegebetten Daten eines Patienten umfassend verarbeiten. Eingebaute Wiegesensoren mit Frühwarnsystemen erfassen Bewegungen und erkennen, ob das Bett verlassen wird. Besonders bei Demenzkranken ist dies eine wichtige Funktion, da diese Patienten oft einen starken Bewegungsdrang haben. Mithilfe einer Kopplung der Wiege- mit einer Lichtsensorik profitieren Patienten aufgrund der Ausleuchtung des Bodenbereichs von mehr Sicherheit. Das Licht schaltet sich automatisch an, wenn der Patient das Bett verlässt. Zudem erkennen smarte Feuchtsensoren in einer Matte unter dem Bettlaken eventuelle Inkontinenz und eine kompatible Ruffunktion sorgt dafür, dass Pfleger den Patienten zeitnah versorgen können.
Erste Anbieter stellen diese Daten nicht mehr nur am Bett selbst zur Verfügung, sondern übermitteln sie an Server. Dort stehen sie über eigene Programme gebündelt den Pflegekräften zur Verfügung.
Ein Plus an Informationen und flexibel gestaltete Betreuung sorgen dafür, dass alle von einem modernen Bett profitieren: Patienten, Angehörige und Pfleger. Zwar gibt es erste Anbieter digital vernetzter Pflegebetten, doch eine flächendeckende Verbreitung ist noch lange nicht erreicht.Karsten Glied/Techniklotsen