Der Advent ist nicht immer eine „stade Zeit“. Da ziehen auch wilde Gesellen mit zotteligem Fell und lautem Glockenläuten durch die Lande.
Der Burschenverein Kastenau vermeldet für seinen Perchtenlauf am Samstag, 16. Dezember, auf dem Gelände des Kajak-Klub Rosenheim, einen neuen Rekord: Zum ersten Mal sind heuer rund 100 Perchten und Krampusse vor Ort. Der Eintritt zu dem gruseligen Spektakel ist frei.
Die Perchten haben schon viele Jahrhunderte überdauert. Frau Percht und ihre Genossen sind hauptsächlich im bayerisch-österreichischen Alpenraum unterwegs, treiben aber auch in Südtirol und in der Opferpfalz ihr Unwesen.
In Rauchwaren, also Pelze und Felle, gehüllt, mit Schellen am Körper und mit gruseligen Masken auf dem Kopf ziehen sie lärmend durch die Straßen.
Verschiedene Theorien zum Ursprung
Zum Ursprung dieses Brauchs gibt es unterschiedliche Meinungen: Eine Theorie besagt, dass die gruseligen Gestalten auf einen heidnischen Brauch zurückgehen und aus diesem Grund nicht mit der katholischen Kirche in Zusammenhang gebracht werden können, eine andere geht genau vom Gegenteil aus, und leitet die Perchten vom Dreikönigstag ab.
Welche der beiden Geschichten nun stimmt, lässt sich kaum noch nachvollziehen, Fakt ist: Die Perchtenläufe erfreuen sich seit einigen Jahren auch in unserer Region wieder größter Beliebtheit bei Alt und Jung. Böses haben die schaurigen Gestalten nicht im Sinn, ganz im Gegenteil: Sie wollen den Winter mild stimmen, böse Geister vertreiben und Glück für das neue Jahr bringen.
Der Kastenauer Burschenverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen alten Brauch aufrecht zu erhalten. Im Jahr 2009 veranstalteten sie zum ersten Mal auf dem Gelände des Kajak-Klub Rosenheim einen Perchtenlauf. Die Besucher werden von Jahr zu Jahr mehr, die Perchten und Krampusse ebenso. So viele wie heuer waren es aber noch nie zuvor.
Rund 100 Perchten und Krampusse
Angekündigt haben sich mit dem Inntal-Pass aus Raubling, der Krampusgruppe Pallinger Stoabergpass, dem Hochberg-Pass aus Traunstein, dem Krampus- und Perchtenverein Vivat Diabolus Freissing und dem Wörgötter-Pass aus Bad Reichenhall rund 100 Mitwirkende, die bei den Besuchern für wohliges Gruseln sorgen wollen. Um für größtmögliche Sicherheit zu sorgen, werden heuer alle Läufer eine Nummer tragen.
Ab 18 Uhr beim Kajak-
Klub in der Kastenau
Start ist um 18 Uhr. Der genaue Ablauf und Zeitplan ist vor Ort ersichtlich.
Natürlich wird auch wieder für das kulinarische Wohl der Besucher bestens gesorgt. Der Burschenverein Kastenau bewirtet mit Hot Dogs, Steak-Semmeln und Feuerwürsten. Zum Trinken gibt es Glühwein und Punsch mit und ohne Alkohol. Bier und alkoholfreie Getränke kommen von der Flötzinger Brauerei. Süße Spezialitäten zum Trinken bietet die Faschingsgilde Kastenau an. Weitere Informationen finden sich auf Facebook. wu