Vom Boten zum Erfolgszeichner: Dik Browne

von Redaktion

Der Raubzug war mal wieder ein Desaster: Das Schiff ist nicht mehr in Takt, die Ladung dümpelt wohl irgendwo auf dem offenen Meer herum. Wikinger und Trümmer treiben vorbei. Das einzige was überlebt hat: ein Präsent-Obstkorb auf einer auf dem Wasser schwimmenden Planke. Sven Glückspilz hat sich zu dem Korb gerettet, er fragt prustend den heranpaddelnden Hägar: „Eine Banane…?“ Erschienen ist dieser Hägar-Strip im Oktober 1974. Er verarbeitet die Biografie seines Zeichners: Hat doch die Banane auch in Dik Brownes Leben eine ganz spezielle Bedeutung. Nicht immer schwebte der Amerikaner auf der Erfolgswelle. Bevor er zum Hägar-Erfinder wurde, hielt er sich mit anderen Aufträgen über Wasser. Stichwort: Gebrauchsgrafik. Schon hier schuf der am 11. August 1917 geborene Amerikaner – andere Quellen sprechen auch von 1918 – einen wahren Klassiker. Das Bananen-Logo der Obstimport-Firma Chiquita. Aber nicht nur das: Auch tauchte seine Handschrift immer wieder in Zeitschriften wie der Newsweek auf. Eine grafische Ausbildung an der New York Art School hatte Browne abgebrochen. Er begann als Bote bei der Zeitung „New York American“. Ursprünglich wollte Browne sogar einmal Journalist werden, doch seine zeichnerischen Talente schätzte er selbst höher ein als seine Schreibfähigkeiten. Schnell wurde er vom Austräger zum Zeichner und beschäftigte sich vor allem mit technischen Illustrationen. 1942 heiratete Browne Joan Kelly. Im gleichen Jahr zog ihn dann die Armee im Zweiten Weltkrieg ein. Drei Jahre war er beim Ingenieurs-Corps in Florida stationiert. Auch hier zeichnete er weiter: In Air-Force-Zeitschriften erschien sein erster Comic „Ginny Jeep and Willie Getit“, in dem überwiegend Soldaten vorkamen. Als der Krieg vorbei war, heuerte Browne bei der Werbeagentur „Johnstone und Cushing“ an. 1950 zeichnete er für die Zeitschrift „Boy‘s Life“. Bis 1960 illustrierte er die Serie „Tracy Twins“. Den großen Durchbrauch verschaffte ihm die Begegnung mit Mort Walker 1954. Er machte Browne zum Zeichner der Nebencharaktere seiner Erfolgsserie „Hi und Lois“. 1952 kam Brownes Sohn Chris zur Welt. Seit Hägar, der Schreckliche 1973 erschienen war, steuerte er Ideen und Anekdoten zu dem Wikinger bei. 1988 folgte die vollständige Übergabe an den Sohn: Browne litt unter seiner zunehmenden Sehschwäche und verabschiedete sich in den Ruhestand nach Florida. Lange vergönnt war er ihm nicht. 1989 starb Browne.

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