Die Energiewende in Deutschland ist auf einem guten Weg – der Ausbau der erneuerbaren Energien etwa im Strombereich geht voran. Nach Angaben des Umweltbundesamtes lag der Anteil der erneuerbaren Energien 2016 bereits bei 31,7 Prozent des Bruttostromverbrauchs, etwa 8,6 Millionen deutsche Haushalte nutzen schon Elektrizität aus regenerativer Energie. Allerdings sollten umweltbewusste Bürger in der Fülle der Ökostrom-Angebote genau hinschauen: Denn nicht immer hält der Inhalt, was das Etikett verspricht.
Ökostrom in allen Tarifen
Verbraucher sollten insbesondere darauf achten, dass der jeweilige Anbieter in allen Tarifen ausschließlich Ökostrom offeriert, dass also komplett auf Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken verzichtet wird und es auch keine Verflechtung mit der Kohle- oder Atomindustrie gibt. Da der Begriff „Ökostrom“ weder genau definiert noch gesetzlich geschützt ist, geben Empfehlungen von Umwelt- und Verbraucherverbänden einen guten Anhaltspunkt für Stromkunden. Weitere Orientierung bieten die Gütesiegel unabhängiger Institutionen wie des TÜV. Für den südostbayerischen Raum gibt es zum Beispiel die Solargenossenschaft Rosenheim eG, die Haushaltskunden mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Seit Jahresanfang kommt hier der Strom aus dem Inn-Wasserkraftwerk Rosenheim-Thansau.
Andere Versorger dagegen stellen ihre Stromlieferung sauberer dar, als sie ist: Sie behaupten beispielsweise, der von ihnen gelieferte Strom enthalte einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien als der bundesweite Durchschnitt. Das das oft nicht der Fall ist geht aus einer Untersuchung hervor, die ein Bündnis etwa aus Deutscher Umwelthilfe, Robin Wood und Greenpeace Energy vorgelegt hat. Hintergrund ist die gesetzliche Stromkennzeichnung. Sie verpflichtet Versorger dazu, in dem Strommix einen Pflichtanteil von bis zu 46 Prozent EEG-Strom auszuweisen. Das Problem: Dieser EEG-Strom wird nicht von den Versorgern eingekauft. Der Strommix der Versorger erscheint also umweltfreundlicher, als er tatsächlich ist.djd