Neubau – welche Heizung soll es sein?

von Redaktion

Holz? Sonne? Erdwärme? Gas? Welche Heizung passt am besten? Die Auswahl der Heizungsanlage für ein neues Haus oder eine neue Wohnung ist eine wichtige Angelegenheit: Wohnkomfort, Heizkosten und nicht zuletzt die eigene Klimabilanz der nächsten Jahrzehnte hängen entscheidend davon ab.

„Am Markt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Technologien“, erklärt Martin Brandis, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale. „Am wichtigsten bei der Auswahl ist, dass das System zum Gebäude und seinen Bewohnern passt.“ Am besten sollte deshalb ein unabhängiger Energieberater bei der Entscheidung helfen. Also einer, der nicht etwa aus wirtschaftlichen Gründen von vorneherein auf eine bestimmte Technik festgelegt ist.

Am verbreitetsten bei konventioneller Heiztechnik sind derzeit Brennwertkessel für Erdgas oder Heizöl. Die Anschaffungskosten sind vergleichsweise moderat, dafür fallen regelmäßige Wartungskosten an. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass die Heizkosten mittel- bis langfristig ansteigen werden.

Zudem verpflichtet das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz Eigentümer, in Neubauten mit Brennwertkesseln anteilig regenerative Energieträger zu verwenden.

Holz kann beispielsweise in Form von Pellets oder Scheitholz als erneuerbarer Brennstoff eingesetzt werden, entweder in Öfen oder in Heizkesseln. Solarthermieanlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung können mit beiden Systemen kombiniert werden.

Eine Alternative sind elektrische Wärmepumpen, die Erdreich, Grundwasser oder der Luft Wärme entziehen. Sie sind in der Anschaffung teurer. In Neubauten machen sie aber häufig Sinn, da wichtige Voraussetzungen wie eine gute Wärmedämmung oder die Eignung für eine Niedertemperaturflächenheizung meist gegeben sind. „Achtung jedoch bei Luftwärmepumpen – sie arbeiten oftmals nicht effizient und verursachen dann sehr hohe Stromkosten“, warnt der Experte.

In der Versorgung von Mehrfamilienhäusern haben sich außerdem seit Jahren Blockheizkraftwerke ökologisch und ökonomisch bewährt. Sie erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme und sind daher besonders effizient. Mittlerweile gibt es von verschiedenen Herstellern auch sogenannte Nano- oder Mikro-Blockheizkraftwerke für den Einsatz in Einfamilienhäusern.

Häufig entscheiden sich Bauherren aber auch für eine Fernwärme-Anlage. Diese lässt sich kaum pauschal bewerten, da die Energie in den Heizkraftwerken sehr unterschiedlich erzeugt wird. Je nach gewählter Heizungsanlage können Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden. Aber Vorsicht: In den meisten Fällen müssen die Anträge bereits vor der Auftragserteilung gestellt werden. R. Huber

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