Synapsen bestimmen Gedächtnisleistung

von Redaktion

Ein klassischer Mythos rund um das Gedächtnis ist, dass Nervenzellen im Gehirn bis zum Einsetzen der Pubertät gebildet werden, deren Zahl ab der Pubertät kontinuierlich abnimmt und daher mit zunehmendem Alter die Gedächtnisprobleme entstehen. „Nervenzellen können bis ins hohe Alter neu entstehen“, so Gedächtnisexpertin Carola Nagel. „Die Gedächtnisleistung ist nicht abhängig von der Anzahl der Gehirnzellen oder gar der Größe des Gehirns, sondern von den Verknüpfungen der Gehirnzellen miteinander, den Synapsen.“

Diese werden in den ersten 25 Lebensjahren eines Menschen ausgeprägt, danach beginnt der Synapsenverlust. Durch ständige Wiederholungen, neue Erfahrungen und hohe Reizstärke können diese aber wieder vermehrt werden.

Die Gedächtnisqualität ist nicht geschlechterabhängig, sondern davon, wie trainiert dieses ist. Sozial engagierte Menschen haben das am besten trainierte Gedächtnis. Auch die Annahme, dass Frauen multitaskingfähiger sind als Männer, wird nicht bestätigt. Es gibt aber bei Männern und Frauen Unterschiede in der Art, ihr Denkorgan zu trainieren. Carola Nagel hat beobachtet, dass Männer durch den Wettbewerb motiviert werden und Frauen eher alltagstaugliche Methoden erlernen möchten.

Gedächtnisübungen und Sport wirken sich positiv auf das Erinnerungsvermögen aus. Durch die verstärkte Durchblutung wird das Hirn mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, was die Zellentwicklung im Hippocampus fördert.

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