Rekordinvestitionen in Rosenheim

von Redaktion

175 Millionen Euro investiert die Stadt Rosenheim von 2018 bis 2021 in die Infrastruktur – ein historisch hoher Betrag. Gewaltige Sanierungen und Umbaumaßnahmen stehen auch in diesem Jahr auf dem Programm.

Generalsanierung statt Neubau: Dieser Grundsatzbeschluss fiel im Januar nach intensiven Diskussionen zum Eisstadion. Für etwa 7,9 Millionen Euro wird es renoviert. Die Arbeiten werden sich über vier Jahre hinziehen, heuer geht es los. Zur Maßnahme gibt es nach Überzeugung des Stadtrates keine Alternative, will die Kommune nicht die Schließung des emilo-Stadions aus Sicherheitsgründen riskieren. Außerdem hat sich trotz intensiver Suche kein möglicher Standort für einen Neubau ergeben. Dieser hätte zudem etwa 40 Millionen Euro gekostet. Stattdessen wird jetzt im Bestand saniert und nach einer Möglichkeit gesucht, eine zweite Eisfläche mit direktem Anschluss an die Halle zu realisieren.

53 Millionen Euro für Karolinen-Gymnasium

53 Millionen Euro fließen in das Karolinen-Gymnasium. Ziel: ein Umbau, der die Entwicklung von Lernlandschaften ermöglicht. Die Schule wird dafür erweitert. Außerdem erhält sie eine neue Dreifachturnhalle und ein generalsaniertes Hauptgebäude. Den Auftakt der auf sechs Jahre angesetzten Baumaßnahme macht heuer der Abriss der alten Turnhalle an der Ebersberger Straße. Die Gesamtbauzeit wird sieben Jahre betragen.

Auch die Johann-Rieder-Realschule, die seit Jahren unter der Raumknappheit leidet, soll erweitert werden. Die Sanierung hat bereits begonnen. Die Gesamtkosten betragen voraussichtlich 19,5 Millionen Euro.

Heuer müssen die Fans des Lokschuppens auf eine Ausstellung verzichten: 2018 verwandelt sich die alte Lokomotiven-Remise in eine Großbaustelle. Nach 30 Jahren erfährt das Ausstellungszentrum eine grundlegende Sanierung und Erweiterung. Brandschutzmaßnahmen und ein rückwärtiger Anbau für ein größeres Foyer mit Museums-Shop sowie neue Räume für die Museumspädagogik und WC-Anlagen sind geplant. Die Gesamtkosten betragen etwa zwölf Millionen Euro. Mit der Ausstellung „Saurier der Meere“ wird der Lokschuppen im Herbst 2019 wieder geöffnet. Das Ausstellungszentrum zählt mit bis zu 280000 Besuchern pro Jahr zu den zehn erfolgreichsten Häusern in Deutschland.

Kuko wird saniert – Kosten gestiegen

Auch das Kultur- und Kongresszentrum (Kuko) wird saniert: Der erste Umbau ist abgeschlossen, weiter geht es bis 2019. Die Gesamtkosten sind auf etwa 18 Millionen Euro gestiegen. Auch hier geht es in erster Linie um den Brandschutz. Außerdem erhält das Kuko noch einen Anbau für eine größere Garderobe, neue Toiletten und eine neue Lüftung.

Seit Jahren eine Großbaustelle ist das Romed-Klinikum. 2017 startete der achte Bauabschnitt mit Abbruch von Haus zwei. Die Neubauarbeiten, die bis zum zweiten Halbjahr 2020 abgeschlossen sein sollen, stellen einen strategisch wichtigen Baustein dar: Denn in diesem Zusammenhang wird der Haupteingang nach Süden verlegt und damit zum Parkhaus P9 ausgerichtet. Im Innern können die Stationen so räumlich zu Einheiten zusammengefasst werden, dass die verwirrende Wegeführung im Klinikum beendet wird.

Die Gesamtkosten für den aktuellen Bauabschnitt betragen etwa 30 Millionen Euro.

Ein Entwicklungsschwerpunkt in Rosenheim ist auch 2018 der Bahnhof-Nord. Der neue regionale Busbahnhof, der im Frühjahr seinen Betrieb aufnehmen soll, unterstützt den Ausbau des Bahnhofs zur Mobilitätsdrehscheibe. Der Bahnhofsvorplatz einschließlich Fahrradparkhaus mit etwa 900 Plätzen wird von 2019 bis 2021 weiter ausgebaut. Die Bauarbeiten für das Ärztehaus mit Dienstleistungszentrum auf dem Baufeld neben dem Bahnhof, das die Stadt erworben hat, haben begonnen. Es entsteht ein architektonisch interessantes Gebäude mit einem Flugdach und einer Parkgarage. In der Nachbarschaft baut die Rosenheimer Wohnungsbaugesellschaft GRWS ein weiteres Parkhaus. Es soll im September 2018 fertiggestellt sein – pünktlich zur Eröffnung des digitalen Gründerzentrums Stellwerk 18. Der Bau des fünfgeschossigen Gebäudes liegt im Zeitplan. Entscheidungen über Baubewerbungen für die weiteren von der Stadt erworbenen Baufelder werden für heuer erwartet. Im südlichen Bereich des Bahnhofs will die Stadt weitere Flächen erwerben und entwickeln.

Auch im Wohnungsbau wird ab 2018 viel investiert – dringend notwendig angesichts der Wohnungsnot in Rosenheim. Im Mitterfeld, an der Lena-Christ-Straße und auf der Baywa-Wiese baut die Tochter der Stadt, die Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft GRWS, insgesamt 360 neue Mietwohnungen. Im Mitterfeld und auf der Baywa-Wiese geht die GRWS einen neuen Weg: in Form einer Zusammenarbeit mit privaten Investoren.

Auf dem Areal der Bogensiedlung, wo heuer die ersten Blöcke abgerissen werden sollen, wird die Hochschule erweitern. Ihr Ziel: ein geschlossener Campus. duc

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