Amalgam gilt seit Jahrzehnten als ein billiger Füllstoff für Löcher in den Zähnen. Durch die Verwendung kommen jährlich in der EU bis zu 75 Tonnen des hochgiftigen Schwermetalls Quecksilber in Umlauf.
Die EU-Kommission hält die Amalgam-Füllungen zwar für ungefährlich. Patienten haben aber oft Zweifel und Kritiker verweisen auf Gesundheitsrisiken bei der Verarbeitung und der Entsorgung von Amalgam. Tatsache ist: Quecksilber kann über die Atmosphäre in die Nahrungskette gelangen und sich im Körper anreichern.
Die EU-Kommission hat jetzt ihren Fahrplan zur Reduzierung von Zahn-Amalgam vorgelegt. Doch für die Zuständigen scheint das Thema nicht eilig zu sein. Zwar wird zum 1. Januar 2019 die Sammlung und sichere Entsorgung quecksilberhaltiger Abfälle aus Zahnarztpraxen vorgeschrieben und die 28 EU-Staaten sollen Aktionspläne zur Verminderung der Nutzung aufstellen.
Quecksilber kann sich im Körper anreichern
Doch hält selbst der zuständige Chefunterhändler des EU-Parlaments dies eher für Maßnahmen im Sinne einiger Großkonzerne. Denn das angestrebte Verbot der Amalgam-Füllungen ist damit vom Tisch. Vielmehr wird bis 2020 geprüft, ob Zahnärzte ab 2030 eventuell ganz verzichten können.
Ein Teilerfolg der Kritiker: Zumindest gilt für Zahnärzte seit Jahreswechsel die Vorgabe, Amalgam-Füllungen bei Kindern sowie schwangeren und stillenden Frauen nur noch in absoluten Ausnahmen nutzen.re