Moderne Brennwerttechnik spart Geld

von Redaktion

Öl oder Gas – welche Heizung ist effizienter?

Wer seine alte Öl- oder Gas-Heizung austauscht und beim selben Brennstoff bleiben will, bekommt heute eine Brennwertheizung. Sie ist wesentlich effizienter als die alten Niedertemperaturkessel. Ganz ohne ein Nachrüsten kommt man nicht aus.

Warum ist die Brennwerttechnologie besser?

Beim herkömmlichen Heizkessel entweicht der heiße Wasserdampf ungenutzt durch den Schornstein, bei der Brennwerttechnik werden die Abgase so weit abgekühlt, dass der darin enthaltene Wasserdampf teilweise zu flüssigem Wasser kondensiert. So kann die Energie, die im Dampf enthalten ist, zur Raumheizung genutzt werden. Je kühler das Heizwasser, desto höher der Brennwerteffekt.

Wie bleibt die Rücklauftemperatur niedrig?

Die gewünschte Rücklauftemperatur kann nicht einfach an der Anlage eingestellt werden. Sie hängt mit der Vorlauftemperatur der Heizung zusammen, die möglichst gering gewählt werden muss. Üblich sind 70 Grad Vorlauftemperatur für 50 Grad Rücklauftemperatur am kältesten Tag des Jahres. Allerdings: In den Werkseinstellungen der Anlagen sind meist 75 Grad vorgegeben. Damit wollen die Hersteller sicherstellen, dass niemand friert. Aber in neuen oder sanierten Gebäuden mit guter Dämmung kommt man gut mit zum Teil deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen aus. Das spart bis zu zehn Prozent Heizenergie. Wichtig ist es also, dass die neue Heizung bei der Inbetriebnahme auf den eigenen Bedarf angepasst wird.

Braucht es bauliche Veränderungen beim Umstieg?

Wegen der niedrigen Abgastemperaturen muss der Schornstein umgerüstet werden. Die Abgase sind zu kühl, um aus eigener Kraft im Schornstein nach oben zu steigen. Die Durchmesser der alten Schornsteine sind zu groß, da sie einst für Heizungen mit Abgasen von 140 Grad und mehr ausgelegt wurden. Heute hat das Abgas moderner Brennwertheizungen nur maximal 80 Grad. Da der Auftrieb nicht mehr ausreicht, um bis ganz nach oben zu kommen, muss es mithilfe eines Gebläses nach oben gepustet werden. In den Schornstein wird eine neue Abgasleitung eingezogen, die einen Querschnitt von etwa sieben bis zehn Zentimetern hat.

Was ist effizienter –
Öl oder Gas?

Gasheizungen sind auf dem Papier etwas effizienter als Ölheizungen (109 Prozent zu 103 Prozent), da Erdgas mehr Wasserstoff enthält als Öl und somit beim Gas der Brennwerteffekt größer ist. Da Brennwertgeräte auch die Wärmeenergie in den Abgasen nutzen, liegen die Wirkungsgrade über dem Heizwert, es kann also zu Werten von über 100 Prozent kommen – was physikalisch eigentlich unmöglich ist.

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