Der Nürburgring im Original. Foto Auto-Medienportal.Net/Nürburgring
In der Nähe der japanischen Millionenmetropole Nagoya, knapp 400 Kilometer westlich von Tokyo, hat Toyota mit dem Bau eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums begonnen. Umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro will sich das Unternehmen die Anlage kosten lassen, die auf rund 650 Hektar Platz für elf separate Teststrecken bietet.
Elf Teststrecken
Eine davon wird Abschnitte eines der berühmtesten Grand-Prix-Kurse der Welt kopieren, denn für sie stand der Nürburgring aus der Eifel Pate, wie jetzt die englischsprachige japanische Zeitung „Nikkei Asian Review“ berichtete.
Die elf Parcours werden verschiedene Fahrbedingungen reproduzieren, um sicherzustellen, dass zukünftige Fahrzeuge die unterschiedlichen Vorschriften und Anforderungen erfüllen, die in den verschiedensten Ländern gelten. Auf dem Pseudo-Nürburgring wollen die japanischen Ingenieure Lenk- und Bremsverhalten sowie wichtige Fahrfunktionen unter härtesten Bedingungen testen.
Dafür reicht ihnen allerdings eine Streckenlänge von 5,3 Kilometern, während die Nordschleife des echten Rings insgesamt 22,8 Kilometer, der kleinere Formel 1-Kurs 5,1 Kilometer umfasst.
Anspruchsvoll für Autos und Fahrer
Dennoch wird die Japan-Version der grünen Hölle – so nannte der dreimalige Formel 1-Weltmeister Jacky Steward einst die unbarmherzige Strecke durch die Eifelwälder – ähnlich anspruchsvolle Herausforderungen an Fahrer und Auto stellen wie das deutsche Vorbild. Nicht nur die schnellen und langsamen Kurven, auch die für den Nürburgring so typischen abrupten Höhenunterschiede tauchen in der Kopie auf.
Das neue Testgelände soll 2023 mit 3300 Mitarbeitern voll funktionsfähig sein. Der größte Automobilhersteller Japans und nach VW zweitgrößte der Welt will bis 2030 den jährlichen Absatz von Elektro- und Hybridautos auf mindestens 5,5 Millionen Einheiten steigern. Für die notwendigen Entwicklungen reichen die bestehenden Testeinrichtungen nicht mehr aus.ampnet/hrr