Großprojekt gemeinsames Klinikum

von Redaktion

In Wasserburg tut sich ja so einiges. Aber dieses Projekt toppt so schnell niemand: Der gemeinsame Klinik-Neubau in Gabersee ist ein richtiges Mammut-Vorhaben. Seit 2017 wird gebaut. Die Vorplanungen laufen schon viel länger.

Im Jahr 2010 hatte man für die Romed-Klinik eine Sanierung prüfen lassen. Das Krankenhaus wurde 1964 in der Burgau in Betrieb genommen und wird von Stadt und Landkreis Rosenheim betrieben. Es stellte sich heraus, dass eine Sanierung nicht sinnvoll sei, sondern ein Neubau die wirtschaftlichere Lösung wäre.

Nur wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt liegt das kbo-Inn-Salzach-Klinikum. Das Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie, psychosomatische Medizin, Geriatrie und Neurologie wurde 1883 gegründet. Es erstreckt sich mit seinen im Pavillon-Stil gehaltenen Gebäuden auf einem Gebiet von etwa 55 Hektar im Stadtteil Gabersee und gehört dem Bezirk Oberbayern.

Zwei Kliniken, unterschiedliche Fachbereiche und nur wenige Hundert Meter Luftlinie voneinander entfernt – warum nicht die Synergie-Effekte nutzen? Diese Idee steht hinter dem Plan, beide Einrichtungen an einem Standort zusammen zu bringen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Schon bisher arbeitet man zwar eng miteinander, doch Ausstattungen wie etwa ein Röntgengerät müssen dennoch in beiden Häusern vorhanden sein.

Sechseinhalb Jahre Bauzeit vorgesehen

Im nordwestlichen Teil Gabersees, nahe der Bundesstraße 304, entsteht nun der gemeinsame Klinik-Neubau. In einem länglichen Gebäude wird das Romed-Klinikum unterkommen, in vier pavillonartigen Gebäuden südlich davon zieht das kbo-Inn-Salzach-Klinikum ein. Teilen werden sich beide das Empfangsgebäude mit gemeinsamer Pforte, öffentlichem Café und Labor. Im ersten Bauabschnitt wird mit dem Gebäude des Romed-Klinikums, der gemeinsamen Eingangshalle und dem ersten Pavillon begonnen werden. Fertig sind schon die Baustellenstraße sowie ein Energiegebäude. Aktuell laufen die Aushub-Arbeiten. Ein Problem, das zu einer Kostenexplosion hätte führen können, wurde im vergangenen Jahr gelöst. Der Aushub hätte für viel Geld zu einer Deponie transportiert werden müssen. Um das zu vermeiden, entstand die Idee, die Erde auf dem Gelände neu zu verteilen. Dazu brauchte man aber rund 3,5 Hektar mehr Fläche. Der Stadtrat stimmte einer nötigen Änderung des Bebauungsplanes zu – immerhin kann man so auch hunderte Lkw-Fahrten vermeiden. Insgesamt wird das Projekt wohl sechseinhalb Jahre dauern und rund 250 Millionen Euro kosten. khe

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