Nach Wasserburg heimzukehren ist ein tolles Gefühl. Auch als Wasserburger kann man ja nicht immer in „seiner“ Stadt sein. Man muss auch mal runter von der Insel der Glückseligen, zur Arbeit oder Besorgungen machen. Wasserburg den Rücken zu kehren bedeutet aber auch, irgendwann wieder nach Hause zu kommen. Das ist ganz wunderbar!
Schon kurz nach Griesstätt sieht man jenseits des Inns das Kloster Attel thronen. Zwischen Kerschdorf und Freiham rücken die Anlagen der beiden Wasserburger Großbetriebe ins Blickfeld: linker Hand der Schornstein von Meggle, rechter Hand das Werk der Molkerei Bauer. Bald hat man das Stadtschild passiert: Willkommen in Wasserburg!
Das Burgerfeld und die Tegernau, die man dann streift, versprühen eher funktionalen Charme. Das Wohngebiet auf der einen und das Gewerbegebiet auf der anderen Seite sind dennoch aus Wasserburg nicht wegzudenken. Im Hohlweg der Rosenheimer Straße, schnurgerade und von Bäumen gesäumt, kann man sich der letzten Vorfreude hingeben: Gleich hat man es geschafft! Für Wasserburg-Neulinge ist das letzte Stück dann vielleicht etwas ernüchternd: Tankstellen, Ladenketten und moderne Büro-Bauten sind zwar nicht besonders schön anzusehen, für das Alltagsleben der Wasserburger aber dennoch wichtig.
Jetzt braucht es nur noch einen kleinen Schlenker bis zum Höhepunkt der Fahrt: Zwischen altem Bruckbräu-Gebäude und neuem Brucken-Wirt hindurch eröffnet sich der wohl schönste Blick auf Wasserburg. Die rote Innbrücke führt über einen grün-grauen, behäbig dahinfließenden Inn, die Sonne lässt die Häuser der Innfront in bunten Farben erstrahlen. Der Wasserburg-Neuling ist schon davon begeistert. Die Alteingesessenen sehen aber noch viel mehr. Wer ist auf der Brücke unterwegs? Kennt man wen? Wie hoch ist der Inn? Schaut das etwa nach Hochwasser aus? Weht das Wasserburger Stadtwappen über dem Brucktor? Ui, dann ist heute was besonderes los in der Stadt! Und schau, ein Großstädter traut sich mit seinem teuren Auto nicht durchs enge Brucktor! Da staut es sich bestimmt gleich bis zum Zebrastreifen!
Enge Gassen,
buntes Treiben
Bei so vielen Eindrücken ist der Weg über die Innbrücke eigentlich viel zu kurz. Schon ist man auf der anderen Seite. Doch hier geht es weiter: In der Altstadt zeigt Wasserburg sein idyllisches Gesicht. In den engen Gassen zwischen gotischen Häuserfassaden, unter den Arkaden, in den Cafés und den kleinen Geschäften tummeln sich die Leute. An den Ecken stehen Grüppchen beisammen und ratschen. Am Marienplatz sitzen Pärchen und schlecken Eis. Touristen mit Fotoapparat und Reiseführer in der Hand wissen nicht, wohin sie zuerst schauen sollen. Jetzt ist es übrigens egal, ob man Wasserburger ist oder Neuling: Man möchte sich einfach hineinwerfen in dieses entspannte und genüsslich Treiben in dieser wunderbaren Stadt. Endlich, Wasserburg! khe