von Redaktion

Ein neues Zeitalter beginnt am Samstag, 5. Mai, für das Landratsamt Rosenheim: Dann wird der Neubau an der Wittelsbacher Straße offiziell seiner Bestimmung übergeben. Das Gebäude, das rund 17,3 Millionen Euro gekostet hat, entspricht den Anforderungen der heutigen Arbeitswelt und soll alle Ansprüche hinsichtlich einer bürgerfreundlichen, serviceorientierten Behörde erfüllen.

Mehr noch, wie sich Landrat Wolfgang Berthaler freut: Mit dem Neubau stellt das Landratsamt die Weichen für die Zukunft. So tut die Rosenheimer Behörde alles dafür, um für Berufsanfänger attraktiv zu sein. So wurden im obersten Stock Schulungssäle mit modernster technischer Ausstattung geschaffen. „Die Ausbildung für Beamte und Angestellte dauert drei Jahre. Hat man früher noch auf eine Stellenanzeige dutzende Bewerbungen erhalten, aus denen man sich die passenden Kandidaten aussuchen konnte, ist man jetzt händeringend auf der Suche nach qualifizierten Auszubildenden“, erklärt Berthaler. Deshalb müsse man, um qualifizierten Nachwuchs, kompetente Mitarbeiter anzuziehen und zu halten, den entsprechenden Rahmen bieten.

Aber nicht nur baulich wurde auf das Ziel hingearbeitet, die Behörde fit für die Zukunft zu machen: Auch die interne Organisationsstruktur wurde geändert, gestrafft und angepasst. Sachgebiete wurden zusammengefasst – es gibt jetzt 15 Sachgebiete weniger – und die Hierarchie verschlankt – alles in Absprache mit dem Personalrat. Von dieser Reorganisation erhoffen sich Landrat und Kreistag, dass sich die Menschen besser auf ihre Aufgaben konzentrieren und noch näher am Bürger arbeiten können.

Der Neubau und seine Räume liefern dazu die äußere Struktur: „Die Menschen sollen sich hier wohl fühlen, gerne in die Arbeit gehen“, verdeutlicht Berthaler. Einen Beitrag hierfür liefern auch die vom Landschaftsarchitekturbüro Stiegler gestalteten Außenflächen. Hier gibt es Plätze und Bänke zum Verweilen. An der Aventinstraße und der Wittelsbacherstraße wurden neue Vorhöfe geschaffen.

Besprechungsraum

auf jedem Stockwerk

Im Inneren gibt es auf jedem Stockwerk einen Besprechungsraum und eine Teeküche. Rund 120 Arbeitsplätze wurden in Einzel- und Doppelbüros geschaffen. Teilverglaste Türen schaffen Einblicke in die Büros und wirken dadurch offen und vermitteln Hilfsbereitschaft.

Die Behörde ist für die Bürger da, stellt der Landrat klar. Diese Funktion spiegelt sich in der Architektur wider. Das Innere des Gebäudes ist lichtdurchflutet und freundlich. Die Verwendung möglichst regionaler und nachhaltiger Baustoffe wie zum Beispiel Eichenholz für die Böden und Tannenholz für Wandverkleidungen vermittelt dem Besucher eine Atmosphäre des Willkommenseins.

Besonders schön ist auch die Dachterrasse geworden, die aus bautechnischen Gründen geschaffen werden musste. Von hier hat man einen tollen Rundblick über die Stadt und Ausblick in die Region. Landrat Berthaler betont: „Das Landratsamt ist eine Fortsetzung der Arbeit in den Gemeinden. Wir ergänzen und unterstützen deren tolle Arbeit. Das gute Miteinander ist äußerst wichtig!“

Sinnbild für diese Dienstauffassung ist der große Brunnen im Vorhof des Landratsamts vom Kiefersfeldener Steinbildhauer Toni Stegmayer. Zwei Becken aus Granit bilden jeweils den Landkreis in seinen Grenzen nach, einmal als Massiv, einmal als passgenaues Becken. Im Zentrum liegt Rosenheim, das als kreisfreie Stadt allerdings ausgeschnitten ist. Wie ein großer Puzzlestein lässt sich die erhabene massive Form, die wie ausgestanzt wirkt, gedanklich in die Aussparung beziehungsweise in das Becken der zweiten Brunnenskulptur hineinsetzen.

Die enge Zusammenarbeit mit der Region wird auch durch die Werke einheimischer Künstler, die das Innere des neuen Baus verschönern, deutlich. Unter anderem ein großes Landkreiswappen, das vom Glaskünstler Florian Lechner geschaffen wurde.

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VON KARIN ZEHENTNER
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