Lisa (6) hat es tatsächlich geschafft. Sie ist vom Beckenrand hineingesprungen, ist die 25 Meter irgendwie durchgeschwommen und hat am Ende auch noch den Tauchring aus der geforderten, schulterhohen Tiefe geholt. Ein bisschen Wasser hat sie dabei schon geschluckt und ein wenig Angst hat sie auch vor der Prüfung gehabt, aber sie hat sich mutig durchgekämpft und präsentiert jetzt voller Stolz ihren Eltern das berühmte und bei den Kindern nach wie vor sehr begehrte Seepferdchen-Abzeichen, das sie am Ende des Schwimmkurses von ihrem Schwimmlehrer bekom-men hat. Aus der ziemlich wasserscheuen Prinzessin ist tatsächlich eine kleine Wasserratte geworden, um die sich ihre Eltern jetzt keine großen Sorgen machen müssen, wenn sie sie in Wassernähe oder im Badeurlaub nicht jede Sekunde im Blick haben. Eine, die jetzt sogar wissen will, wann sie denn so richtig schnell Kraulen lernen kann wie die größeren Kinder, die jetzt im An-schluss hier Schwimmtraining in der Halle haben.
Lisas Schwimmlehrer scheint in jedem Fall einen richtig guten Job gemacht zu haben. Er ist nicht wie die Lehrer früher dozierend am Beckenrand geblieben, sondern mit den Kindern selbst hinein ins Wasser und hat ihnen spielerisch die Scheu genommen vor dem nassen Element. Hat ihnen altersgerecht gelernt, wie sie sich zuerst sicher über Wasser halten und wie sie unter Wasser richtig die Luft anhalten können. Später, als ihre Schwimmbewegungen koordinierter und der Mut größer wurden, sind sie immer längere Strecken geschwommen, auch mal hineingesprungen vom Beckenrand und haben gelernt, gezielt zu tauchen. Seepferdchenreif!
Ertrinken ist die zweit-
häufigste Todesursache
Leider haben nicht alle Kinder das Glück, rechtzeitig und gut Schwimmen zu lernen. 23,3 Prozent der deutschen Bevölkerung können nach eigenen Angaben gar nicht oder nur schlecht schwimmen. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ergeben. Bei diesen Menschen ist das Risiko zu ertrinken besonders hoch. Bei Kindern ist Ertrinken sogar die zweithäufigste Todesursache. Jeder fünfte Ertrinkungstod trifft ein Kind unter 14 Jahren, mit Schwerpunkt auf den Ein- bis Vierjährigen.
Kindern deshalb einen gesunden Respekt vor der Kraft und den damit verbundenen Risiken des Wassers zu vermitteln ist wichtig – ohne Ängste zu schüren. Das Beste, was man für ihre Sicherheit tun kann: Ihnen schnellstmöglich und mit viel Spaß Schwimmen lernen.
Tipps zum
Schwimmen lernen
Das Babyschwimmen fördert die emotionale und motorische Entwicklung und schafft Grundvertrauen zum nassen Element. Richtig Schwimmen können Babys aber noch nicht lernen.
Für Kinder ab drei Jahren werden in vielen Bädern und Schwimmschulen spezielle Wassergewöhnungskurse angeboten, die ihnen die Scheu vor dem Wasser nehmen.
Schwimmkurse für Kinder eignen sich frühestens ab dem vierten oder fünften Lebensjahr, wenn die Kinder koordinativ und motorisch dazu bereit sind. Sie beinhalten meist 20 Übungsstunden zu je 30 Minuten.Petra Rapp