von Redaktion

Fortsetzung des Interviews mit YouTuber Flowest:

Jede Woche kommen neue hinzu, die Trends wechseln auch rasend schnell. Nur ein ganz kleiner Teil hat es geschafft, davon wirklich zu leben. Der Zufall entscheidet, wenn es wirklich klappt. Natürlich entwickelst du als YouTuber Fähigkeiten. Man ist da Schauspieler, Kameramann und Regisseur gleichzeitig. Das nützt aber nichts, wenn die Abo-Zahlen nicht steigen – und man dringend Geld verdienen muss. Eine abgeschlossene Ausbildung wirkt da sehr beruhigend.

Konzerne wie die Telekom kaufen sich YouTuber für das Marketing ein. Bietet sich auch für normale Unternehmen eine Zusammenarbeit mit YouTubern an?

Also grundsätzlich ist YouTube schon eine komplett andere Welt. Als Chef muss ich mich darauf zu bewegen. Ich muss überlegen, ob ein Gamer oder ein Comedian zu meinem Unternehmen und meinen Produkten passt. Und bloß nicht förmlich werden! Für die Arbeit mit einem YouTuber sollte das Unternehmen selbst schon einigermaßen locker drauf sein. Einige YouTuber haben ein eigenes Management. Da läuft es wieder anders. Dann kommt es darauf an, wie man kommuniziert, wie die Leute in dem Unternehmen ticken und ob man dem YouTuber ein cooles Angebot macht.

Die Wirtschaft interessiert sich brennend dafür, wie die Jugend heute tickt. Stimmt die Einschätzung der Jugendforscher, dass Geld nicht mehr das einzige Kriterium für die Berufswahl ist?

Das trifft voll zu. Ich habe nicht auf das Geld geschaut. Ich habe vor der Ausbildung Praktika gemacht. Ein Praktikum hat sich angefühlt wie Arbeit, das andere wie ein Hobby. Dieses Gefühl ist wichtig dafür, welchen Job man macht.

Was müssen Chefs heute tun, um Leute in Deinem Alter für ihr Unternehmen zu begeistern?

Gut ist natürlich, wenn man sich mit dem Sinn des Unternehmens identifizieren kann. Ganz wichtig ist die Stimmung, die in der Firma herrscht. Der Betrieb, in dem ich jetzt arbeite, ist für mich wie eine zweite Familie. Wir gehen nach der Arbeit auch mal gemeinsam auf ein Bier.

Das Interview führte Martin Armbruster, Redakteur „Wirtschaft aktuell“ der IHK für München und Oberbayern.

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