von Redaktion

Die Berufsbildungsmesse „IHKjobfit!“ wird noch attraktiver durch die Zusammenarbeit mit YouTuber Flowest. Die Idee: Flowest soll für die Ausbildung werben genau in der Sprache, die Jugendliche am besten verstehen. Im Interview mit der IHK München erklärt Flowest, wie man den Mix zwischen Hobby und Broterwerb hinbekommt – und was Unternehmen tun müssen, um sich für die YouTube-Community attraktiv zu machen.

Die Wirtschaft sucht verzweifelt nach Talenten. Welches Talent braucht man als YouTuber?

Ich glaube, dass es dieses Talent nicht gibt. Jeder macht da so sein eigenes Ding, die eine machen Gaming-Videos, andere Comedy. Ich fühle mich auch nicht als der geborene YouTuber. Ich hab das einfach ausprobiert. Du musst das machen, was dir Spaß macht. Den Erfolg kannst du nicht planen. Da braucht es viel Glück.

Wird die IHK auf der IHKjobfit! eines Tages den Ausbildungsberuf YouTuber vorstellen? Mit Praxisteil und in der Berufsschule Blockunterricht?

(Lacht) Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich wüsste auch nicht, wie man das lernen sollte. Jeder drückt sich als YouTuber so aus, wie er will. So blöd das klingt: Man hat es im Blut oder nicht. Was am ehesten ginge, wäre eine Schauspieler-Ausbildung. Aber die gibt es ja schon.

Entscheidet also doch das Talent?

Ich würde es eher Gespür oder Gefühl nennen. Es geht auch nicht ums Geld. Die Zuschauer merken das sofort, wenn man nicht mit Leidenschaft oder Spaß dabei ist.

Dein Motiv war also nicht das große Geld?

Nein, das darf es keinesfalls sein. Es ist ein tolles Hobby, das ich mit vielen Menschen teile.

Wie sieht Dein YouTube-Konzept aus?

Ich habe verschiedene Konzepte. Wenn ich auf Reisen bin, filme ich meine Eindrücke. Mit einem Kumpel zusammen habe ich ein eigenes Studio. Dort planen, schneiden und drehen wir den Großteil unserer Videos. Es ist ein Mix aus Comedy und Lifestyle, ich bin da sehr flexibel.

Schaust Du Dir andere YouTuber an?

Klar, das machen wir alle. Das Schöne an dem Hobby ist, man hat nicht nur seinen eigenen Kanal. Auf Autogramm-Stunden, Netzwerk-Partys und Messen lernt man viele Leute kennen. Danach schaue ich sofort, was die auf YouTube machen. Das gibt mir natürlich auch Inspiration für eigene Sachen.

Hast Du eine Ausbildung gemacht?

Ja, ich bin 2013 nach dem Schulabschluss den klassischen Weg gegangen. Über Alternativen und andere Wege habe ich zwar schon immer nachgedacht, allerdings wollte ich mich erst mal absichern. Mit YouTube verdiene ich natürlich Geld, allerdings mache ich das derzeit nur nebenbei.

Hat die Ausbildung Spaß gemacht?

Ja, ich habe Mediengestalter gelernt. Hobby und Beruf ergänzen sich bei mir sehr gut. Der Betrieb, der mich ausgebildet hat, hat mich fest angestellt. Ich habe das nie bereut. Jeder Arbeitstag läuft anders. Das ist genau die Herausforderung, die ich brauche.

Als YouTuber hast Du eine Vorbild-Funktion. Hast Du darüber schon nachgedacht?

Ja, absolut. Für junge Heranwachsende bist du automatisch so etwas wie der große Bruder. Die warten auf mein wöchentliches Video – und mir ist klar, dass das, was ich im Video mache, auf die Zuschauer abfärbt. Ich überlege mir daher schon sehr genau, was ich in meinen Sketchen sage: Schimpfwörter, vulgäre und obszöne Sachen – das geht gar nicht.

Empfiehlst Du anderen Jugendlichen, eine Ausbildung zu machen?

Ja, nur auf den YouTube-Erfolg zu setzen, wäre Wahnsinn. Es gibt Millionen von YouTubern auf der Welt.

Fortsetzung auf der nächsten Seite.

Der Faktor Leidenschaft Ein Interview mit YouTuber Flowest
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