Wer sich einmal näher mit dem Kalender im Mai beschäftigt, wird feststellen, dass es in diesem Monat eine ganze Reihe von Aktionstagen gibt.
Der 12. Mai ist der Tag der Pflege, der 17. Mai der Tag gegen Homophobie und am 23. Mai ist der Welt-Schildkröten-Tag. Der bekannteste und für viele sicher auch der wichtigste Aktionstag im Mai wird immer am zweiten Sonntag begangen: der Muttertag. Ob man ihn als Familientradition nun feiert oder nicht, ist jedem selbst überlassen. Gründe, der Mutter zu danken und sie ein bisschen zu verwöhnen, gibt es aber sicher genug.
Starke Frauen
Die Idee zu einem Tag der Mütter stammt aus den USA. Ann Jarvis rief 1907 dazu auf, um „an die aufopfernde Fürsorge“ derer zu erinnern, die die Kinder im Land großziehen. Mit ihrer Kampagne war sie erfolgreicher als die amerikanischen Feministinnen, die sich für den Internationalen Frauentag stark machten. Denn mit einer Ehrung der Mutterschaft wurde nicht an traditionellen Rollenbildern gekratzt und so gab der Kongress dem Vorschlag seinen männlichen Segen. Seit 1914 wird der Muttertag in den Vereinigten Staaten regelmäßig begangen. Bürgerliche Gesellschaftskreise in Deutschland zogen 1923 nach, offiziell eingeführt wurde der Tag bei uns aber erst nach 1933 von den Nationalsozialisten, die ihn für ihre Propaganda nutzten. Nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschafft, feierte der Termin 1949 in West-Deutschland sein Comeback. Auch wenn sich in den letzten Jahrzehnten die Geschlechterrollen geändert haben, hat der Muttertag sehr wenig Popularität eingebüßt.
Ohne ideologischen Ballast kann der Tag heute einfach ein Frühlingssonntag sein, an dem sich die Familie trifft und Zeit miteinander verbringt. Als Mitbringsel stehen Blumen oben auf der Liste. Auch die emanzipierteste Frau freut sich über einen bunten Strauß oder eine blühende Topfpflanze.GPP