Nach der Landung eines Flugzeugs klatschten die Passagiere in früheren Zeiten dem Piloten Beifall. Heutzutage schaltet der Großteil der Fluggäste prompt das Handy ein, um zu sehen, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Auch auf dem Bahnsteig, beim Arzt oder auf dem Schulflur zeigt sich dasselbe Bild: Anstatt mit Smalltalk oder Träumen wird die Wartezeit mit „Social-MediaAction“ verbracht.
Facebook, Twitter, WhatsApp und Liveblogs fordern permanent dazu auf, Postings zu teilen, zu liken und zu kommentieren, während der tiefe Einblick in den Alltag von Freunden zeigt, was wir selbst gerade nicht erleben. Kein Wunder, dass die zwanghafte Angst, ein Ereignis zu versäumen, nicht mehr auf dem Laufenden zu sein oder im Job etwas zu verpassen, inzwischen weit verbreitet ist.
Das Phänomen, Angst zu haben, etwas zu verpassen, trägt einen Namen: FOMO oder „Fear of missing out“. Es tritt in allen Altersklassen auf – sowohl bei Menschen, die nur gelegentlich soziale Netzwerke besuchen, als auch bei jenen, die sie exzessiv nutzen. Das Verharren in ständiger Habachtstellung verursacht bei den Betroffenen immensen Druck und innere Unruhe. Oft gelingt das Abschalten dann auch nachts nur noch schwer. Nervöse Schlafstörungen können die unangenehme Folge sein. Wer wenig schläft, ist nicht belastbar.
Handypausen machen
Um dem FOMO-Wahn zu entkommen, reicht es oft schon, feste Handypausen einzuhalten. Gruppen-Chats lassen sich stumm stellen – und welches Ereignis einen Kommentar verdient, sollte gut überlegt werden.
Anstelle Nachrichten endlos hin und her zu senden, lassen sich Dinge durch einen Anruf oft effektiver klären. Wer das Handy aus Langeweile nutzt, sollte erkennen, dass die Realität mehr zu bieten hat als die schönste Instagram-Story.
Entspannungstipps für zwischendurch:
Ist der Stress am größten, braucht der Körper eine Erholungspause: Ganz bewusst den Blick und die Gedanken schweifen lassen oder mit geschlossenen Augen zurücklehnen und die Welt für einen Moment ausblenden.
Wenn die Anspannung merklich zunimmt, als Gegenmaßnahme an einem ungestörten Ort die Gliedmaßen ausschütteln und strecken, lockern sowie tief durchatmen.
Beim Duschen vorstellen, wie Sorgen und Anspannung mit dem warmen Wasser vom Körper abgewaschen werden und im Abfluss verschwinden. djd