von Redaktion

„Eine Schule – alle Möglichkeiten“ ist der Slogan der Montessori-Schule Rohrdorf, die in diesem Schuljahr das 25-jährige Bestehen feiert. Von einem Vorschulangebot bis zur Fachoberschule wird in der Einrichtung das pädagogische Konzept von Maria Montessori vermittelt und jedem Kind die Möglichkeit gegeben, den Schulalltag nach seinem eigenen Rhythmus und dem jeweiligen Vermögen zu gestalten. Vertrauen in das Kind mit seinen Fähigkeiten und dem individuellen Antrieb zum Lernen sowie die ganzheitliche Betrachtung des Menschen als Einheit von Körper, Seele und Geist stehen dabei im Mittelpunkt.

Ein Blick in die Schulchronik verrät, dass bereits 1992 der heute noch bestehende Förderverein gegründet wurde. Die Pädagogik aus dem 1989 gegründeten Montessori-Kindergarten sollte auch in einer Grund- und Hauptschule fortgeführt werden.

Ab dem Schuljahr 1993/94 startete der Unterricht im Rosenheimer Kolpinghaus und wurde dann in das Verwaltungsgebäude der Spinnerei in Kolbermoor verlagert. Zum Schuljahr 1996/97 fand die Montessori-Schule schließlich ihre neue Heimat im umfassend sanierten Werkhof in Rohrdorf. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits 85 Schüler in vier Klassen unterrichtet.

Um den steigenden Anmeldungen gerecht zu werden, mietete die Schule 1999 die ehemalige Volksschule Rohrdorf an und legte den Grundstock zum Wachsen auf die heutige Größe. Im Werkhof wurden die ersten Hauptschulklassen eingerichtet. In den Folgejahren machten die steigenden Schülerzahlen die Anmietung weiterer Räumlichkeiten und die Auslagerung einiger Klassen erforderlich. Gab es zum Schulstart vor 25 Jahren nur eine Klasse mit 14 Schülern, besuchen derzeit rund 380 Kinder und Jugendliche die Montessori-Schule Rohrdorf.

Vorschulgruppen erleichtern Schulstart

Um den Kindern den Start an der Montessori-Schule Rohrdorf zu erleichtern, gibt es bereits im letzten Kindergartenjahr die Monteprimo-Vorschulgruppen, in denen erfahrene Montessori-Pädagoginnen den Kindern und ihren Eltern die Schule mit ihren Strukturen und Regeln nahebringen und für die wichtige Entscheidung der Schulwahl beraten.

Nach der Grund- und Mittelstufe bereiten sich die Jugendlichen ab der 7. Jahrgangsstufe auf die Berufsreife vor. Ein wesentlicher Baustein ist der sogenannte „Erdkinderplan“, in dem die Schüler in realen Arbeitszusammenhängen lernen sollen. Seit dem Schuljahr 2016/17 gibt es die neue Versorgerküche, in der die Schüler der 7. und 8. Jahrgangsstufe im Rahmen des Unterrichts gemeinsam das Schul-Mittagessen planen und kochen.

Im Jahrgang 8 steht die „große praktische Arbeit“ im Mittelpunkt: Die Schüler setzen sich intensiv mit einem selbst gewählten Thema auseinander und präsentieren die Ergebnisse am Ende des Schuljahres in Form eines selbst gebastelten Messestands, einer etwa 15-seitigen Ausarbeitung und eines Vortrags vor großem Publikum. Die Präsentation findet dieses Jahr am Donnerstag, 19. Juli statt.

In den Jahrgangsstufen 9 und 10 legen sie in der Regel erfolgreich die Prüfungen zum qualifizierenden Hauptschulabschluss oder zum Mittelschul-Abschluss ab. Zum Schuljahr 2006/07 nahm die Montessori-Fachoberschule mit den Fachrichtungen „Wirtschaft und Verwaltung“ sowie „Sozialwesen“ den Betrieb auf. In dieser kleinen, aber feinen Einrichtung erlangen jedes Jahr rund 15 Schüler das Fachabitur.

Kernstück ist die Freiarbeit

„Vielfalt statt Einfalt“ heißt es beim Aufbau des Unterrichts an der Montessori-Schule Rohrdorf. Die Freiarbeit ist Kernstück des pädagogischen Konzepts und wird mit gebundenem Unterricht und Projektarbeit kombiniert. Anstelle von Noten werden alle Lernschritte der Schüler in ausführlichen Entwicklungsberichten dokumentiert. Das ganzheitliche Schulprofil mit Nachmittagsbetreuung macht Angebote an die Schüler wie Musikunterricht, den freiwilligen Erwerb einer zweiten Fremdsprache oder die Mitarbeit in der Schulimkerei.

Die Jahrgangsmischung ist ein wesentliches Element der Montessori-Pädagogik. Derzeit lernen die Kinder in der Grundschule von der ersten bis zur vierten Klasse zusammen. Gemeinsamer Unterricht findet in der Hauptschule jeweils von der fünften bis zur siebten Klasse statt.

Achte, neunte und M10-Klassen werden jahrgangskonform unterrichtet. In den jahrgangsgemischten Klassen profitieren die jüngeren Kinder von den Erfahrungen und Kenntnissen der älteren. Gleichzeitig verinnerlichen die Schüler die Individualität jedes einzelnen Menschen mit seinen Möglichkeiten und Grenzen, was zu einer entspannten Lernatmosphäre beiträgt.

Die Montessori-Schule Rohrdorf ist nicht an einen Schulsprengel gebunden und steht allen Schülern aus dem Landkreis und darüber hinaus offen. In 27 Gemeinden gibt es insgesamt über 80 Haltestellen, von wo aus die Schüler nach Rohrdorf kommen. Mit der Ausbildung von Schülern zu Bus-Scouts soll die anregende und entspannte Atmosphäre der Schule bereits auf dem Weg zum Unterricht zu spüren sein.

Die harmonische Lernatmosphäre an der Montessori-Schule Rohrdorf spiegelt sich auch bei der optimalen Besetzung der Lehrerstellen und der langjährigen Bindung der Mitarbeiter wider.

Dankbar zeigt sich die Montessori-Schule Rohrdorf für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde, in der sich die Einrichtung sehr wohlfühlt. Die Zukunft der Schule ist mit dem Abschluss eines langfristigen Mietvertrags gesichert. mc

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