–Fortsetzung–
Wir haben uns etliche Spiele der vergangenen Saison angeschaut und über die Vorbereitung viele wertvolle Eindrücke gewinnen können. Daraus haben wir die künftige mannschaftliche Ausrichtung entwickelt.
Bei der Herangehensweise des neuen Übungsleiters der Sechziger fällt eine weitere Sache auf: sein Training fordert nicht nur körperlich. Bei einer Übung werden die Spieler beispielsweise in mehreren kleinen Vierecken zusammengepfercht, dadurch haben sie ständig Zweikämpfe, brauchen Lösungen.
Spieler bleiben kreativ
Wenn es gut läuft, baut Zaric ad hoc eine neue Regel ein oder es stehen plötzlich vier kleine Tore auf dem Feld. „Wir versuchen ständig neue Reize zu setzen. Ich möchte, dass die Spieler unentwegt Entscheidungen treffen müssen. Dadurch finden sie Lösungen und werden kreativ“, erklärt Ogi Zaric seinen Übungsaufbau. Im Spiel, so der 29-Jährige, habe man ständig neue Situationen. Da müsse der Kopf immer auf der Höhe sein. Die Qualität dazu hat der Rosenheimer Kader allemal. „Die Spieler haben enorme Lust darauf sich weiterzuentwickeln. Sie wollen lernen und geben in jeder Einheit Vollgas.“
„Inhaltlich, technisch und taktisch sind kaum Unterschiede zwischen einer Junioren-Bundesligamannschaft und einer Herren-Regionalligamannschaft“ lautet Zaric‘ Antwort auf die wohl meistgestellte Frage der vergangenen Monate. Unterschiede gäbe es jedoch bei den Spielern: „Logischerweise sind die Spieler nun älter und es braucht noch mehr, um sie menschlich zu erreichen und sportlich zu überzeugen.“ Den Jugendfußball wird er jedoch nicht komplett ablegen, da er neben dem Regionalligateam ebenfalls – wie auch bereits Strobl – die U19 an der Mangfall trainieren wird. „Für uns stellt die U19 im Grunde eine zweite Mannschaft dar, die für die kommenden Jahre von großer Bedeutung sein wird. Es gilt für mich, die Spieler kennenzulernen und sie möglicherweise für die Regionalliga vorzubereiten.“
Spürbare Motivation
Zaric ist nach 1980 geboren und gehören damit jener Altersgruppe an, die als Generation Y bezeichnet wird. Y für das englische „why“, zu Deutsch: warum. Laut Bildungswissenschaftlern ist es die Generation, die es wortwörtlich wissen möchte. Sie ist mit der Digitalisierung aufgewachsen, bestens ausgebildet, drängt früh in Führungspositionen, und wenn sie oben angelangt ist, will sie Leute motivieren statt befehligen.
Empathie statt Hierarchie, Schwarmintelligenz statt Heldentum lautet die Devise. Bei Zaric spürt man das Mitreißende und Motivierende auf Anhieb. Wie sehr sich dies auf seineMannschaft überträgt, wird eine überaus spannende Spielzeit 2018/19 in Bayerns Regionalliga zeigen. Pointvogel