von Redaktion

Einige Geschichten sind zu hören, wenn es darum geht, wie der Ort Gars und dessen Name entstanden sein soll. Eine davon berichtet, dass man beim heutigen „Am Turm“ sehr vielen Nattern den „Gar ausmachen“ musste, um das Gebiet besiedeln zu können. Daraus würde sich auch der heutige Ortsname ableiten, aus dem „Gar aus“ soll „Garaus“ und später „Gars“ entstanden sein. Eine Geschichte, die in Gars tatsächlich vor langer Zeit den Schülern auch in der Schule so erzählt worden sein soll.

Tatsächlich aber ist der heutige Ortsname auf das vorkeltische „ghor-o-tos“ (eingezäunter Ort) zurückzuführen, der sich im Laufe von rund 3000 Jahren zum heutigen „Gars“ entwickelt hat. Prähistorische Funde lassen es zu, die Behauptung aufzustellen, dass es vor rund 3000 Jahren im Bereich des heutigen Gars am Inn eine erste Ansiedlung gab, die sich ausschließlich auf den Marktplatz und die Marktstraße erstreckte.

Nannte man Gars um 790 noch „Garoz“, veränderte sich dieser Name um 807 in „Karoz“ oder auch „Caroz“. Um 881 wurde daraus dann „Garazze“ und um 930 „Garozze“. Es folgten um 1120 „Gariza“ und schließlich „Garza“. Um 1164 sprach man von „Garz“ und erst um circa 1285 wurde der Ort „Gars“ genannt. Seinen heutigen Namen „Gars am Inn“ schließlich erhielt der Ort erst 1973.

Erste urkundliche Erwähnung

Vor rund 1250 Jahren aber wurde Gars, wie auch Au am Inn, erstmals urkundlich erwähnt. In Gars war es der Kleriker Boso, nach dem heute die Bosostraße benannt ist, der mit Erlaubnis von Herzog Tassilo III. eine Zelle und damit den Grundstein für das heutige Kloster errichtete.

Auch wenn damit lediglich feststeht, dass im Jahr 768 – zu dieser Zeit fand man zum Beispiel noch kein München auf den Karten – eine Zelle gegründet wurde und damit eigentlich das Kloster sein 1250 jähriges Bestehen feiert, ist es doch nicht falsch, dies auch mit der eigentlichen Gründung der Gemeinde Gars am Inn in Verbindung zu bringen. Von jeher war das Kloster ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung der Gemeinde und damit wohl auch maßgeblicher Weichensteller für die Geschichte von Gars.

Feierlichkeiten am „Alten Bolzplatz“

Anlässlich des 1250-jährigen Bestehens lädt die Gemeinde mit ihren Vereinen, dem Kloster, dem Pfarrverband und dem Gymnasium zu einigen Veranstaltungen und Festlichkeiten ein:

Vom 19. bis 23. Juli findet dann eine Festwoche auf dem „Alten Bolzplatz“ (alte Grundschule) mit allerlei musikalischen Schmankerln statt. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei auch eine „Zeitreise durch Gars“, bei der Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap auf dem Gelände des Gymnasiums gemeinsame sportliche Wettkämpfe austragen und dabei viel über die Geschichte von Gars und dem Kloster spielerisch erleben werden.

Weitere Veranstaltungen

Im September, das genaue Datum steht noch nicht fest, wird eine oder werden auch mehrere Zeitkapseln für die nächsten 50 Jahre bei einer entsprechenden Feierlichkeit im Bereich der Kindergärten und Schulen in der Gemeinde Gars im Boden versenkt. Darin enthalten werden Zeichnungen von Schülerinnen und Schülern der zweiten und dritten Klassen mit dem Thema „Wie stellst du dir Gars in 50 Jahren vor?“ sein, ein Geschenk an die eigenen Kinder oder auch schon Enkelkinder in 50 Jahren, verbunden mit einem Grußwort des Bürgermeisters und der Geistlichkeit an die Nachfolger im Amt.

Im Oktober ist eine kleine Rückschau mit Bilden und Vorträgen auf die letzten 50 Jahre geplant. Dieser Rückblick bildet zugleich den Abschluss der Festlichkeiten zur 1250-Jahr-Feier.

Im Zuge der bevorstehenden Feierlichkeiten erstellt die Gemeinde Gars in Kooperation mit dem Kloster, dem Pfarrverband und dem Gymnasium eine Chronik unter der Federführung von Gunter Fuchs, Direktor des Gymnasium Gars, der hierzu dankenswerter Weise seine Kompetenz zur Verfügung stellt.

Gemeinsam bleibt allen Beteiligten die Vorfreude auf gelungene und friedliche Festlichkeiten und die Bitte um Verständnis für die eine oder andere Einschränkung im Rahmen der Veranstaltungen. In Bezug auf den Aspekt Sicherheit erfolgt bereits jetzt der Hinweis, dass bei allen Festlichkeiten ein Rucksack-Verbot besteht und es keine Möglichkeiten geben wird, diese außerhalb der Veranstaltungsflächen zu lagern.Wimmer

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