An manches denkt man beim Hausbau oder einem Umbau einfach nicht – und ärgert sich dann Jahre später. Denn dann zeigt sich zum Beispiel, dass im Alter und bei Bewegungseinschränkungen zu hohe Stufen und Küchenmöbel oder zu enge Türen zum Problem werden. Aber das kann vermieden werden. „Das ist oft möglich, ohne die Baukosten nennenswert zu erhöhen. Auch Komfort und Ausstrahlung der Wohnung müssen nicht darunter leiden“, erklärt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB). Hier die Checkliste
Stufen am Eingang: Stufen am Eingang oder im Garten können zu Hindernissen werden. Sollen sie zur rollstuhlgerechten Schräge umgebaut werden, kommt ein Problem dazu: Ein Gefälle von sechs Prozent beim Ersatz einer 16 Zentimeter hohen Eingangsstufe hätte eine Rampenlänge von rund 2,67 Metern zur Folge. Viele Häuser haben aber zwei oder drei Stufen. Am besten also gleich ebenerdig bauen.
Türen: „Das Idealmaß sind 90 Zentimeter“, erklärt Reinhold-Postina. Umsichtige Bauherren planen vor allen Türen im Haus eine Fläche von 1,50 mal 1,50 Meter ein – für das Rangieren des Rollstuhls. Die Türen müssen sich zum größeren Raum hin öffnen.
Steile Treppen: Enge, steile Treppen sind schon für jüngere Leute nicht einfach zu bewältigen, vor allem, wenn sie etwas hinauf- oder heruntertragen müssen. Im Alter ist das noch beschwerlicher, und es besteht Sturzgefahr. „Statt einer schicken Wendeltreppe ist es ratsam, eine einfache und ausreichend breite Treppenform zu wählen. Ein griffiger Handlauf an beiden Seiten gibt zusätzliche Sicherheit“, rät Reinhold-Postina.
Zu wenig Steckdosen: Ältere Häuser haben meist zu wenig Steckdosen. Ihre Anzahl wurde für den Bedarf vor 20, 30 Jahren konzipiert. In Zukunft werden eher mehr als weniger Anschlüsse benötigt, eine Folge der Vernetzung von Computern und Hausgeräten. Um für zukünftige Anwendungen gerüstet zu sein, empfehlen Fachleute, auch genügend Leerrohre zu verlegen. Darin können dann nachträglich Leitungen verlegt werden.
Küche: Wer sich dem Alter nähert, sollte bedenken, dass man mit einem Rollstuhl oder einem Rollator in einer herkömmlichen Küche oft nur schwer zurechtkommt. Höhenverstellbare Küchenschränke, Arbeitsflächen, an denen man im Sitzen arbeiten kann, ein absenkbares Kochfeld und andere Features – das sind die modernen Lösungen beim Küchenkauf.