Am vergangenen Samstag sind die Fußballer des SB/DJK Rosenheim mit einem 1:0-Auswärtssieg in die neue Landesligasaison gestartet und viele fragen sich, wohin die Reise der Sportbündler in der bevorstehenden Saison 2018/19 geht. In der Saison 2016/2017 hatte man eine erfahrene Mannschaft und schaffte erst in nervenaufreibenden Relegationsspielen den Klassenerhalt. Eine Saison danach lief eine blutjunge Mannschaft auf, die fast ausschließlich aus Eigengewächsen und Spielern der Region bestand.
Am Ende der regulären Doppelrunde fand sie sich wieder auf einem Relegationsrang und sicherte sich den Klassenerhalt. Nun ist das Team von Chefcoach Klaus Seidel mit ähnlichen Voraussetzungen wie im Vorjahr mit dem ersten Auswärtsdreier in die neue Saison gestartet.
Die Mannschaft bleibt zusammen, nur Michael Neumeier wechselte zum Stadtrivalen TSV 1860 Rosenheim in die Regionalliga, Nico Merz und Johannes Semmler verlassen die Grün-Weißen. Der Kader wurde aufgefüllt mit Eigengewächsen und mit dem Rückkehrer Thomas „Tombo“ Höhensteiger gibt es nur einen wirklichen Neuzugang. Die Mannschaft bleibt also blutjung.
Die Abteilungsleitung führte auch dieses Jahr wieder Gespräche mit einigen Spielern, die dem Sportbund sicher weiter helfen hätten können. „Die Spieler müssen ins Konzept passen. Sportlich, menschlich und auch finanziell“ sagt der sportliche Leiter Günter Güttler dazu. „In der U19 wurde in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet“, so Güttler, und die Ernte daraus will man beim SBR weiter selbst einfahren. Logischerweise brauchen diese jungen Spieler Zeit, haben den ein oder anderen Durchhänger in ihrer Leistung – aber davon will man sich nicht abschrecken lassen.
Ziemlich ungewöhnlich in einer Zeit, in der sich Kreisligisten mit Bayernligaspielern, Landesligisten mit Regionalligaspielern verstärken und so mancher Verein einfach mal seinen kompletten Kader austauscht. Beim SB/DJK setzt man auf Kontinuität und vertraut darauf, dass Trainer Klaus Seidel die jungen Spieler so weiterentwickelt, dass am Ende der Saison wieder der Klassenerhalt steht – allerdings soll es diesmal ohne den Weg über die Relegation klappen, die braucht man am DJK Campus an der Pürstlingstraße nicht zum dritten Mal in Folge.
Was stimmt also optimistisch für die neue Saison? Es ist die Mannschaft! Ein Teamgeist, wie er seinesgleichen sucht, Ehrgeiz, Kampfgeist, junge und talentierte Spieler, die von einem erfahrenen Trainerfuchs weiterentwickelt werden.
Voran gehen die Führungsspieler wie Christoph Börtschök, Jasin Temel und Thomas Reichmacher. Gepaart mit 100-prozentiger Fokussierung auf jedes Spiel, das schnelle Abstellen von Fehlern und ein bisschen Glück, dann sollte der Sportbund sicher wieder für die ein oder andere Überraschung gut sein.
Die Liga hat sich indes zum Vorjahr stark verändert und dabei qualitativ verstärkt. Mit dem TSV 1880 Wasserburg, dem FC Moosinning und dem ASCK Simbach kommen drei sehr starke Aufsteiger in die Liga. Dazu der SB Chiemgau Traunstein, der für viele Experten unerwartet nach nur einem Jahr wieder aus der Bayernliga abstieg und zurück in die Landesliga kehrt.
Etwas ungewöhnlich erscheint die Einteilung des TSV Bogen (letztes Jahr Landesliga Mitte) in die Landesliga Südost. Aus geografischen Gesichtspunkten sahen wohl viele den BCF Wolfratshauen in der Liga, jetzt werden es für die Sportbündler statt 70 Kilometern Auswärtsfahrt nach Wolfratshausen aber 200 Kilometer in das niederbayerische Bogen.
Egal, wie hoch die Reisestrapazen, die Grün-Weißen wollen keine Gastgeschenke verteilen, sondern möglichst viele Punkte mit nach Hause nehmen und im heimischen Josef-März-Stadion sowieso zeigen, wo der Bartl den Most holt, sprich eine schwer einnehmbare Festung für den Gegner darstellen. Gleich am Samstag, 21. Juli, um 14 Uhr kommt die SpVgg Landshut als einer der Mitfavoriten zum ersten Heimspiel der Saison und dürfte ein schwerer Prüfstein werden. ru