Geschichte des Trachtenvereins
1907, zu einer Zeit, da in den umliegenden Dörfern Trachtenvereine gegründet wurden, wurde in Rottau der Burschen-Kranken-Unterstützungsverein ins Leben gerufen. Der Verein übernahm soziale Aufgaben. Außerdem plattelten die Mitglieder, spielten Theater und vertraten den Ort bei den Gautrachtenfesten 1933 in Grassau und 1935 in Bernau. Da der Verein 1935 für Tanzveranstaltungen keine Genehmigung mehr erhielt, löste er sich im August 1935 auf. Und schon am 1. November fand im Vereinslokal beim Fleierl die Gründung des Trachtenvereins d’Gederer Rottau statt.
Der Burschenverein übergab seine Fahne vom Jahre 1909 an den neugegründeten Verein und noch heute wird diese Fahne von den Gederern verwendet. 79 Gründungsmitglieder wählten Felix Laubhuber, den Bangaschta Felix, zum 1. Vorstand. Nach den Neuwahlen 1937 übernahm Schorsch Weißenbacher die Funktion des 1. Vorstands. Er war der erste Rottauer Trachtler, der im 2. Weltkrieg gefallen ist. Während des Krieges übernahm Felix Hofmann, der Lippn Felix, die Aufgabe, den Verein zu verwalten. Im August 1945 begann der Neuaufbau des Vereins mit Vorstand Hans Lackner, der später zum Ehrenvorstand ernannt wurde.
Das erste Gaufest des Chiemgau-Alpenverbands in Rottau fand im Jahre 1950 statt. Ein Jahr leitete Hans Hofmann, der Homa Hans, den Verein. 1960 feierte der Verein sein 25-jähriges Gründungsfest. Zu dieser Zeit war Wast Wendlinger 1. Vorstand. Ihm folgte als Vorstand Hans Schmid, der Salner Hans. In dessen 14-jähriger Amtszeit mussten die Gederer ihr Vereinslokal wechseln, da beim Fleierl die Wirtschaft aufgegeben wurde. Seither ist das Gasthaus Messerschmied der Familie Praßberger das neue Vereinslokal.
1977 fand das zweite Gautrachtenfest des Chiemgau-Alpenverbandes in Rottau statt und 1980 weihte das Ehrenmitglied Herbert Heidenreich die neue Vereinsfahne. 1980 übernahm Felix Uth, der Huaba Felix, für 22 Jahre das Amt des Vorstands.
Das 50-jährige Bestehen des Vereins wurde mit dem Patenverein „Dö’ Koasawinkla“ Reit im Winkl und dem befreundeten fränkischen Trachtenverein aus Neunhof gefeiert. Der Höhepunkt in seiner Amtszeit war das dritte Gautrachtenfest in Rottau im Jahr 2000. Für den Festgottesdienst am Gruber Nussbaum wurde extra eine schöne Bühne für den Altar gebaut. Leider musste der Gottesdienst wegen Regens im Zelt abgehalten werden. Danach verwendete der Verein die Bühne beim Mostfest bis sie an die Gemeinde verkauft wurde. Jetzt ist sie als Veranstaltungsstadel eine optische Bereicherung für den Kirchplatz.
Und damit schließt sich der Kreis: Was beim Gaufest 2000 nicht geklappt hat, soll beim diesjährigen vierten Gautrachtenfest in Rottau klappen, denn es ist geplant, dass der Altar für den Festgottesdienst im Veranstaltungsstadel steht.
Von 2002 bis 2011 war Miche Schmid, der Salner Miche, Vorstand des Vereins. Die herausragenden Ereignisse in seiner Amtszeit waren der Bau des Vereinsstadels mit anderen Ortsvereinen und eine Faschings-Festwoche mit Ochsenrennen aus Anlass des 75-jährigen Bestehens der Gederer. Seit 2011 führt Lisi Hilger, die Fleierl Lisi, den Verein.
In guter Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Grassau konnte der Anbau an den Vereinsstadel fertiggestellt werden. Und jetzt steht endlich das vierte Gautrachtenfest in Rottau vor der Tür. aj