von Redaktion

Die Geburtsstunde des Vereins zum Erhalt und zur Pflege der Trachtensach‘ schlug am 10. Mai 1908. Einige gestandene Burschen und Männer aus der damaligen Gemeinde Dettendorf, unter ihnen Andreas Maier, der viel Wissen aus der „Aiblinger Schuhplattler-Gesellschaft“ mitbrachte.

Als Musikmeister der ersten oberbayerischen Trachtenkapelle Dettendorf ging der „Unterkoina Anderl“ am Schluss der Gründungsversammlung als einstimmig gewählter Trachtenvorstand nach Hause. Zur Seite stand ihm Wastl Bacher aus Dettendorf. Wolfgang Bernrieder, Koal zu Lengendorf, bekleidete das Amt des Kassiers und gleichzeitig des Schriftführers. Josef Schweiger und Johann Kaffl waren Beisitzer. Im Gründungsjahr zählte der Verein 48 Mitglieder, die sich zu Pfingsten 1908 beim großen Trachtenaufmarsch anlässlich einer Kunstausstellung in München präsentierten.

Die Geschicke des Trachtenvereins mit Höhen und Tiefen leiteten zehn Vorstände, wie Andreas Maier, Sebastian Bacher (1909-1910), Johann Gasteiger (1910-1911), Marinus Hormeier (1911-1913), Johann Feller (1913-1918), Franz-Xaver Singer (1918-1926), Leonhard Maier (1926-1928), Georg Röpfl (1928-1968), Benno Röpfl (1968-1998), Martin Huber (1998-2013) und seither Martin Impler.

Die erste Vereinsfahne erhielt ihre Weihe am Pfingstmontag 1923. Fahnenmutter war Margarete Kreuzmeier aus Kematen und Leni Singer aus Unterhofen die Fahnenbraut. Symbole und Wahrzeichen auf der Fahne sind die beiden Kirchen auf der einen und „Trachtler vor dem Kreuz“ auf der anderen Seite. Aufgrund ihres schlechten Zustandes wurde sie nach einer vollständigen Restaurierung am Pfingstmontag, 30. Mai 1955, im Rahmen einer großartigen Fahnenweihe erneut ihrer Bestimmung übergeben. Als Fahnenmutter fungierte Therese Hormeier und Helene Ellmaier übernahm die Aufgabe als Fahnenbraut. Tragen durfte das Prunkstück daraufhin Franz Hormeier. Zum 80-jährigen Gründungsfest wurde am 26. Juni 1988 eine neue Vereinsfahne geweiht. Wie schon 1923 übernahm der Trachtenverein „d’Oberlandler“ Bad Aibling die Patenschaft. Fahnenmutter war Maria Impler, Fahnenbraut Brigitte Schweiger, stolzer Fähnrich der neuen Vereinsfahne war Balthasar Engelsberger.

Feste, Aufführungen der vereinseigenen seit über 60 Jahren bestehenden Theatergruppe, Heimatabende und Vereinskirtas gehören zum festen Bestandteil vorbildlich gepflegten Brauchtums und heimischen Kulturgutes im Sinne der Vorgaben des Gauverbands 1.

Traditionsbewusstsein von klein auf

Die Pflege eines regen Vereinslebens wird durch alle Generationen hindurch großgeschrieben. Unter Anleitung geduldiger Jugendbetreuerinnen und Vorplattler erlernen Kinder und Jugendliche überlieferte Tänze und Plattler. Junge Musikerinnen und Musiker begeistern als Solisten oder in Gruppen mit ihren Instrumenten die Zuhörer. Auch die Trachtenkapelle Dettendorf ist ein ständiger Begleiter im Vereinsleben.

Schneidig und stets „guad drauf“ sind die „Aktiven“, das Aushängeschild des Vereins. Als Vereinslokal beherbergt das Gasthaus Weingast in Kematen die Trachtler.

Geschlossenheit ist das Markenzeichen des GTEV „Edelweiß“ Dettendorf-Kematen.

Dazu gehört ein sauberes Erscheinungsbild bei örtlichen weltlichen und kirchlichen Anlässen sowie Trachten- und Gaufesten. Kennzeichnend sind ferner Kameradschaft und Zusammenarbeit, die viele erfolgreiche eigene Veranstaltungen und Feste ermöglichen. Mit Gemeinschaftsgeist beteiligen sich die Trachtler derzeit am Gemeinschaftshaus in Dettendorf und garantieren ein unvergessliches Fest – 110 Jahre GTEV „Edelweiß“ Dettendorf-Kematen. Mehr Informationen zum Fest und zum Verein findet man unter www.dettendorfkematen.de. pes

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