Vor 70 Jahren ist Citroëns Ente geschlüpft. Mittlerweile steht sie auf der Liste der bedrohten Arten. In Törwang am Samerberg setzt aber am Samstag, 11. August, sogar ein „Schwarm“ zur Landung an. Denn dann ist es wieder soweit: Zum 20. Mal findet beim Entenwirt Peter Schrödl das Ententreffen statt. Auf Jung und Alt wartet ein unterhaltsames Programm.
„Entwerfen Sie ein Auto, das Platz für zwei Bauern in Stiefeln, einen Zentner Kartoffeln oder ein Fass Wein bietet, mindestens 60 Kilometer in der Stunde schnell ist und nur drei Liter auf 100 Kilometer verbraucht“, lautete die Vorgabe an den Citroën-Konstrukteur Andrè Lefèbvre.
Schnell avancierte das minimalistische Gefährt zum Kultobjekt von Lebenskünstlern und Studenten.
Am 27. Juli 1990 lief Punkt 16 Uhr in einem Werk in Portugal die letzte Ente vom Band. Dennoch hat sie weltweit nach wie vor viele treue Fans, die über ihre runden Formen, ihre „Kulleraugen“ und ihren wohlklingenden Namen „Deux Chevaux“ (zu deutsch: „Zwei Pferde“) schwärmen und ihr eine große Charakterstärke bescheinigen. Doch auch eine Ente aus Blech lebt nicht ewig. Jahr für Jahr nimmt ihre Zahl ab. Mittlerweile existieren in Deutschland noch weniger als 12000 Stück. Dementsprechend beliebt sind die Enten-Treffen – nicht nur bei den Besitzern selbst, sondern auch bei denjenigen, die sich selbst so ein kultiges Fahrzeug nicht zulegen können oder wollen, aber damit Erinnerungen, Nostalgie und Lebensgefühl verbinden.
Zurück zu den Wurzeln
Das Ententreffen am Samerberg findet heuer bereits zum 20. Mal statt. Anlässlich des runden Geburtstags geht es diesmal wieder zurück zu den Wurzeln: Gefeiert wird wie in den Anfangsjahren auf der Entenwiese hinter der bekannten Gaststätte „Entenwirt“ in Törwang. Vorteil dieser Lokalität: Die Gäste genießen direkten Blickkontakt auf die „Döschwos“!
Die Fahrer kommen aus ganz Deutschland und aus dem Ausland. Jede Ente ist ein „Individuum“. Ihre Besitzer geben sich größte Mühe aus ihren geliebten Auto-Zwergen wahre Kunstwerke zu machen. Entscheidend bei einem Citroën 2 CV ist aber nicht nur die äußere Erscheinung. Ihre Besitzer haben meist auch viel zu erzählen – von Reisen über den gesamten Globus, wilden Abenteuern und romantischen Nächten.
Möglichkeit
zur Probefahrt
Einige beschreiben die Fahrt in einer Ente wie einen Ritt auf einem schaukelnden Kamelrücken, andere denken eher an eine Achterbahn, besonders, wenn sich das Auto in den Kurven stark zur Seite neigt. Wer selbst keine Ente besitzt, aber immer schon einmal wissen wollte, welches Fahrgefühl ein Citroën 2 CV wirklich vermittelt, erhält dafür beim Ententreffen vielleicht die Chance: Ein Besucher darf bei der Entenausfahrt mit an Bord gehen.
Start des „Enten-Marschs“ ist nach dem gemeinsamen Mittagessen der Entenfahrer um 14 Uhr. Angeführt von Entenwirt Peter Schrödl geht es rund um den Samerberg. Bis zu 100 Deux Chevaux gemeinsam zu erleben, rührt nicht nur eingefleischte Entenfans zu wahren Gefühlsausbrüchen. Die Zahl der Schaulustigen am Straßenrand ist seit Jahren konstant groß – Großeltern, Eltern und Enkel winken auf der Wegstrecke begeistert mit.
Um 16 Uhr kehren die Entenfahrer wieder geschlossen zum Entenwirt zurück. Sie und alle Gäste können sich dann mit Kaffee und Kuchen stärken. Für die kleinen Besucher gibt es ein unterhaltsames Kinderprogramm mit Enten-Rallye, Enten-Angeln und Hüpfburg.
Auch kulinarisch steht an diesem Tag natürlich die Ente im Fokus. Peter Schrödl wird seine Gäste am Abend aber heuer zusätzlich mit einer weiteren Spezialität verwöhnen: Neben knusprig gebratenen Entenkeulen wird dann auch ein saftiger Heubraten serviert. Die „Chiemsee-Cowboys“ sorgen für musikalische Unterhaltung.
Wunsam