Ein plötzliches Bremsmanöver des vorausfahrenden Autos. Ein Fußgänger, der die Straße betritt und erst im letzten Augenblick für den Autofahrer zu sehen ist. Wohl jeder hat derartige Schrecksekunden schon einmal hinterm Steuer erlebt. Eine Notbremsung ist meist die einzige Möglichkeit, um einen Unfall zu verhindern. Allerdings kann starkes Bremsen, erst recht bei nassen Straßen, dazu führen, dass Räder blockieren – das Fahrzeug wird instabil und unkontrollierbar. Antiblockiersysteme (ABS) verhindern dies: In Millisekunden reguliert die Elektronik den Bremsdruck an jedem einzelnen Rad, das Fahrzeug bleibt auch bei unterschiedlichen Fahrbahnverhältnissen lenkbar. Das aktive Sicherheitssystem macht das Autofahren somit sicherer – und das seit 40 Jahren.
Vom Extra zur Standardausstattung
Heutzutage ist ABS für die meisten Autofahrer eine Selbstverständlichkeit. 94 Prozent aller weltweit neu produzierten Pkws haben laut Bosch ein Bremsregelsystem an Bord. Die Vorteile für die Verkehrssicherheit sind so eindeutig, dass sich die Automobilhersteller in Europa vor einigen Jahren sogar selbst verpflichteten, alle Pkws serienmäßig mit ABS auszustatten. Anders noch die Situation zum Marktstart: Seinerzeit war ABS als Extraausstattung nur teuren Oberklasselimousinen vorbehalten.
ABS auch für Motor-
räder und E-Bikes
Neben Autos und Nutzfahrzeugen macht ABS auch Bremsmanöver auf zwei Rädern beherrschbarer. Notbremsungen ohne den elektronischen Helfer können bei Motorrädern zu einem Blockieren des Vorderrades und damit fast immer unweigerlich zum Sturz des Fahrers führen. Seit Jahresbeginn 2017 besteht für alle neu zugelassenen Motorräder über 125 Kubikmeter eine Ausrüstungspflicht, und auch für E-Bikes gibt es heute entsprechende Systeme. Auch nach 40 Jahren setzt sich die ABS-Erfolgsgeschichte also fort. djd