95000 Wildschweine haben Bayerns Jägerinnen und Jäger in der Jagdsaison 2017/18 erlegt, so viele wie noch nie zuvor, das teilte das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit. „Damit haben die Bayerischen Jäger gezeigt“, betonte Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), „dass sie die Verantwortung ernst nehmen und zupacken, wenn es gilt, die Landwirte zu unterstützen und die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest zu minimieren. Die Jäger in Bayern haben ihre Hausaufgaben gemacht.“
Jagdpräsident Vocke bedankt sich bei den Jägern für ihren unermüdlichen Einsatz, für ihre Geduld, ihr „Sitzfleisch“, ihre Erfahrung und ihr Fachwissen, das sie eingebracht haben, um diese Rekordstrecke zu erreichen.
Große Populationen
im Norden Bayerns
Die Schwerpunkte der Schwarzwildbejagung lagen wieder im nördlichen Unterfranken. In den Landkreisen Main-Spessart und Rhön-Grabfeld. In diesen Landkreisen lagen jeweils fast 6000 Schwarzkittel auf der Strecke. Ähnlich hohe Schwarzwilddichten gab es noch im Landkreis Eichstätt (Oberbayern) und im Landkreis Tirschenreuth (Oberpfalz). Seit jeher sind das auch die Gebiete mit den meisten Sauen. Im Süden Bayerns dagegen sind die Strecken niedrig. So wurden in den Landkreisen im Norden Oberbayerns und Schwabens noch zwischen 500 und 1000 Wildschweine erlegt, im Süden weit unter 100 Sauen pro Jahr.
Digitales Schwarzwild- Managementsystem
Wie sich die Wildschwein-population entwickelt, soll jetzt mit Hilfe digitaler Systeme erfasst werden. Um darüber mehr zu erfahren, braucht es mehr und genauere Informationen über Sichtungen von Wildschweinen, Schäden und Wanderaktivitäten. Diese Informationen liefert BJVDigital, das ausgefeilte Schwarzwild-Managementsystem des Bayerischen Jagdverbandes. Damit haben die Jäger ein Werkzeug, um die Wildschweinjagd mit einander abzustimmen und so effektiver zu machen.
Von größter Bedeutung ist es nun, dass sich möglichst viele Jagdgenossen und Jäger an diesem System beteiligen. Denn die reine Streckenstatistik ist nur ein Teil der nötigen Informationen, um zu beurteilen, wie es mit der Schwarzwildpopulation in Bayern weiter geht.
Sicherheit geht vor
Gerade die Jagd auf Wildschweine ist in vielen Bereichen besonders gefährlich und bedeutet eine sehr hohe Verantwortung für alle, die eine solche Jagd organisieren. Es bedarf also nicht nur der Information über die Anzahl der Wildschweine in den Revieren, sondern auch der Vorsicht bei der Jagd vor allem bei geringer Erfahrung.