Lagunenanlage vor Hotelkulisse. Foto Kregel
Zwischen Sinaiwüste und Rotem Meer
Die „Legenden“ von Taba Heights
Der erste Tauchgang nach längerer Unterbrechung kostet stets Überwindung. Diesmal geht es etwas schneller. Denn er wird begleitet von Tauchlehrer Ahmed, dessen langjährige Erfahrung sich in seinem Ehrennamen „The Legend“ widerspiegelt. Souverän und umsichtig geleitet er seine kleine Tauchgruppe vom Tauchboot aus hinunter zu den Korallenstöcken am Grund des Roten Meeres.
Und entdeckt dort all jene Riffbewohner, die sich im Gewirr der Hartkorallen verstecken.
Wüstenoase wie aus dem Ei gepellt
Zurück auf dem Tauchboot weitet sich der Blick über das Rote Meer. Bis hin zur Nordspitze des Golfs von Akaba, dem wohl einzigen Ort der Welt, von dem aus mit einem Blick vier Länder gleichzeitig zu entdecken sind: Im Osten, zum Greifen nah, das dennoch unnahbare Saudi-Arabien. Nördlich davon Jordanien und Israel mit ihren Küstenstädten Akaba und Eilat. Und schließlich Ägypten, dessen Sinai-Barriere den Golf von Akaba an seiner westlichen Seite umrahmt.
Am Strand davor jedoch, wie aus dem Ei gepellt, ein Arrangement weitläufiger Hotelanlagen, die nach den vergangenen Monaten der politischen Irritation als Urlaubsoase erneut die Freunde des Roten Meeres anlocken. Denn wo sonst gäbe es vor der europäischen Haustür ein Freizeitangebot, bei dem das ganze Jahr über sommerliches Klima und orientalische Atmosphäre eine solch perfekte Verbindung eingehen?
Das Projekt entsprang der Fantasie des Unternehmers Sahmi Sawiris. Nach der Rückgabe von Taba durch Israel an Ägypten stellte sich für ihn die Frage, wie es denn möglich sei, gleich mehrere Hotelkomplexe in dieser kargen Gegend von Taba Heights erfolgreich in den Sand zu setzen. Schnell entwickelte sich das Unternehmen zu einem Erfolg, der ihm schon bald den Status einer Legende eintrug.
Orientalische Nacht
Das Intercontinental Hotel ist der südlichste Resort-Komplex der Anlage von Taba Heights. Mit Erleichterung beobachtet Hoteldirektor Martin Benker an diesem Abend, wie sich bei leuchtendem Vollmond während einer „Orientalischen Nacht“ der Innenhof seines Hotels nun wieder mit jordanischen und europäischen Gästen füllt.
Am nächsten Morgen fallen die Strahlen der aufgehenden Sonne auf das intensive Hellgrün des Golfplatzes, der sich parallel zu den Hotelanlagen erstreckt. „Der schönste Golfplatz Ägyptens“, wie es hier selbstbewusst heißt.
Viel zu schnell nähert sich die Nachmittagssonne den Spitzen der Sinai-Gebirgskulisse von Taba Heights. An ihrem Fuße liegt eine gepflegte Station für Canyon Motor Safaris. Hier warten Quad-Maschinen schon da-rauf, dröhnend durch eine enge Felsschlucht hindurchmanövriert zu werden.
Den Schlusspunkt des Tages bildet, nur wenige Minuten vom Ausgang des Canyons entfernt, der kleine Ort Taba Heights. Eingezwängt zwischen Sinaigebirge und Rotem Meer ist er ein Ort gespickt mit Läden und Restaurants, die ihre jeweils speziellen Gerüche verbreiten.
Kulinarischer Genuss im Beduinenzelt
Den orientalischen Teil in diesem Wechselspiel internationalen kulinarischen Lebensgefühls bietet das Beduinenzelt von Mahmud im Ortszentrum. Es ist die Stimmung von 1001 Nacht, die den Gast hier empfängt.
Zum Glück also ist Taba Airport seit dem Jahr 2013 wieder zu einem Drehpunkt geworden für alle, die sich das Erlebnis Sinai und Rotes Meer mit seinen Legenden nicht entgehen lassen wollen. Kregel