Der Verwaltungsaufwand in der ambulanten Pflege ist in den letzten Jahren unverhältnismäßig gestiegen. Immer mehr Zeit geht so für die direkte Versorgung der Patienten verloren. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für Verwaltung bei den Kassen und den ambulanten Pflegediensten an.
Der Deutsche Caritasverband (DCV) hat einen Forderungskatalog mit Vorschlägen zum Abbau des Verwaltungsaufwandes erarbeitet.
Hoher Aufwand
So müssen ärztliche Verordnungen innerhalb von zwei Tagen bei den Kassen vorliegen. Dies ist in der Praxis nur mit einem hohen zusätzlichen Verwaltungsaufwand für Patienten und Pflegedienste zu erreichen.
Die Caritas fordert, die Einreichungsfrist von Verordnungen einheitlich auf fünf Tage zu verlängern. Bei vielen Verordnungen ist bereits zu Beginn absehbar, dass sie länger als 14 Tage notwendig sein werden. Dennoch werden alle Verordnungen zunächst nur für 14 Tage bewilligt. Dies ist unnötig und vervielfacht den Verwaltungsaufwand bei Kassen, Patienten und ambulanten Pflegediensten. Die regelhafte Begrenzung der Erstverordnung auf 14 Tage muss daher aufgehoben werden.
Sinnvoll aus Sicht der Caritas wäre es auch, wenn beim Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung die behandelnden Ärzte die notwendigen Verordnungen für die häusliche Krankenpflege im Anschluss an den Aufenthalt im Krankenhaus verschreiben könnten.
Runder Tisch zur Pflege
Dies sind nur einige Beispiele, über die der Deutsche Caritasverband am 4. und 5. November in der Arbeitsgruppe „Entbürokratisierung“ des runden Tisches „Pflege“ diskutieren möchte.
Der runde Tisch „Pflege“ wurde im Herbst 2003 von der Bundesgesundheitsministerin und von der Bundesfamilienministerin einberufen. Das Ziel ist, die Situation hilfe- und pflegebedürftiger Menschen zu verbessern und die Pflege durch Entbürokratisierung zu entlasten.
Die Caritas ist mit 1089 kirchlichen ambulanten Pflegediensten einer der größten Anbieter für ambulante Pflege in Deutschland. Das Leistungsspektrum der ambulanten Pflegedienste der Caritas umfasst neben der Pflege auch hauswirtschaftliche Dienstleistungen, Familienpflege, Mahlzeitendienste sowie Beratungs- und Schulungsangebote für pflegende Angehörige.