Anreize für Investoren

von Redaktion

Der VdW fordert dauerhaft mehr Geld für neuen Wohnungsbau

Im Kampf gegen explodierende Wohnkosten fordert der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) dauerhafte finanzielle Anreize für Investoren und Bauunternehmen. „Die beste Mietpreisbremse ist, wenn man genug Wohnungen baut“, sagt Verbandsdirektor Hans Maier. Denn vor allem in großen süddeutschen Städten mit vielen Arbeitsplätzen sei Wohnen inzwischen ein knappes Gut. Das treibe die Kauf- und Mietpreise in Höhen, die sich viele nicht mehr leisten könnten. Die Preise wieder zu drücken, gehe nur über eine „Ausweitung des Angebots“.

Die Mietpreisbremse helfe unteren Einkommensgruppen nicht. Zudem kämen bei dem Thema zu oft neue Forderungen aus der Politik, was für Verunsicherung sorge. Für mehr Wohnungsbau fordert der VdW stabile steuerliche Anreize und staatliche Förderungen „für die nächsten zehn Jahre“ – damit Bauunternehmen und Handwerker investierten und Mitarbeiter einstellten. „Im Wahljahr ist der Fördertopf mit rund 550 Millionen Euro an Landesmitteln für den Wohnungsneubau ziemlich gut gefüllt, doch dieses Niveau brauchen wir auch in Zukunft“, sagte Maier.

Zudem müsse es engere Kooperationen zwischen Städten und dem Umland geben. „Das Wohnungsproblem werden wir allein in den Städten nicht lösen“, sagte Maier. „Nicht alle, die in München oder Nürnberg wohnen wollen, werden auch dort eine Wohnung finden.“ Auch im Umland sei der Bau von geförderten Wohnungen nötig und der Nahverkehr müsse ausgebaut werden.

Günstiges Bauland gefordert

Außerdem müssten die Kommunen günstigeres Bauland anbieten: Wenn immer nur nach dem höchsten Angebot verkauft werde, würden seine Mitgliedsunternehmen in der Regel überboten, sagte Maier. Weitere Lösungsmöglichkeiten sieht der VdW-Chef in der Nachverdichtung in den Städten: „Wir werden dichter und höher bauen müssen.“ Hier müsse man die Anwohner frühzeitig einbinden, um Proteste zu verhindern. Zudem sei die Lockerung der Bauverordnung nötig – etwa beim Thema Barrierefreiheit oder bei Fertighäusern. Die Staatsregierung hat das Ziel von 500 000 neuen Wohnungen bis 2025 ausgerufen. Die dafür nötige Zahl von 70 000 Baufertigstellungen pro Jahr sei jedoch seit 2006 nicht mehr erreicht worden, betonte Maier. Im vergangenen Jahr wurden in Bayern rund 61 000 Wohnungen fertig. Der Verband kritisiert zudem zu lange Genehmigungsverfahren bei Bauanträgen. Mehr Personal auf den Ämtern sei dringend nötig.

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