Wo findet man die richtige Schule?

von Redaktion

Die Wahl der Schule stellt entscheidende Weichen für die weitere Laufbahn des Kindes. Umso wichtiger ist es, eine Schule zu finden, die wirklich zu dem Kind passt, es optimal fördert und auf der sich das Kind wohlfühlt. Die Tragweite bei der Entscheidung für die weiterführende Schule wird durch die Frage nach der richtigen Schulform noch erweitert.

Vor allem bei einem großen Angebot heißt es auf dem Weg zur richtigen Schule: recherchieren, informieren, vergleichen, besuchen – und das braucht Zeit.

Bei der Internetrecherche lässt sich recht schnell rausfinden, welche Schulen es so gibt. Gute und informative Internetseiten haben die Schulen selbst nicht immer. Durch Schuldatenbanken bekommt man in der Regel aber erste Informationen und die Kontaktangaben, so dass man sich direkt bei der Schule weitere Informationen, wie Broschüren oder das Schulprogramm, organisieren kann.

Vorsicht bei

Bewertungsportalen

Auf Bewertungsportalen geben Schüler, Eltern oder auch Lehrer Noten oder ihr Urteil zu der Schule ab. Solche Bewertungen und Rankings sind mit Vorsicht zu genießen: Häufig spiegeln sie subjektive Einschätzungen Einzelner wider und sind zudem sehr anfällig für Manipulationen. Objektive Informationen und Wissenswertes zum Profil der Schule, dem Angebot oder der Ausrichtung erhält man hier nicht.

Das Umhören im Bekanntenkreis ist ein häufiges Vorgehen. Tatsächlich können andere Eltern und ihre Kinder, die diese Schule besuch(t)en, eine Menge wertvolle Einblicke liefern und auch – im Gegensatz zu schicken Broschüren – ungeschönte Wahrheiten über den Schulalltag. Doch auch hierbei sollte man im Hinterkopf behalten, dass es sich um subjektive Erfahrungen handelt, die es entsprechend einzuordnen gilt.

Informationsveranstaltungen nutzen

Der Besuch der Schule liefert immer die besten Eindrücke. Ob beim Tag der offenen Tür, am Informationsabend, in der Schulberatung oder beim „heimlichen Spionieren“: was für einen Eindruck macht die Schule – von der Sauberkeit des Schulhofs bis zur Ausstrahlung der Lehrkräfte?

Neben einem Termin zu einem informierenden Gespräch kann es sich auch lohnen, der Schule einfach mal in der Pause oder nach Schulschluss einen Besuch abzustatten und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen: Wie sehen die Schüler aus und welche Gesichter machen sie? Was für eine Stimmung herrscht? Was man beim Besuch der Schule noch auf sich wirken lassen sollte, zeigt die folgende Checkliste.

Checkliste für

den Schulbesuch

Unabhängig vom Informations- und Beratungsgespräch mit Schulleiter oder Lehrkräften verrät der Besuch der Schule eine Menge über den Schulalltag – ein wichtiger Eindruck, den sich Eltern und Kind gemeinsam verschaffen sollten:

– Wie ist der erste Eindruck von der Schule und welche Atmosphäre herrscht dort?

– Wie steht es um die Sauberkeit? Wie gepflegt sind Schulgelände, Gebäude, Toiletten?

– Wie ist das Schulgelände angelegt, gibt es zum Beispiel Pausenräume und Spielfelder?

– Wie sind die Räumlichkeiten beschaffen und wie ist die Ausstattung?

– Wie zeigt sich das schulische Leben in der Gestaltung der Schule?

Welche ist

die beste Schule?

Die Schulwahl ist eine individuelle Angelegenheit. Es gibt nicht „die beste Schule“. Es gibt Schulen, die mehr oder weniger für ein bestimmtes Kind geeignet sind und selbst das werden Eltern nicht immer mit der Gewissheit rausfinden, wie sie es sich in der Schulwahl wünschen. Eltern können sich weder auf Rankings noch Schulwahltests verlassen, die ihnen die richtige Schule für ihr Kind weisen. Sie müssen sie selbst finden und Vertrauen in ihre Entscheidung haben. Niemand kann vorhersagen, was die Zukunft bringt. Wie sich ein Kind entwickelt, wie ein neuer Lehrer den Schulalltag verändert, wie das Schulprofil umgekrempelt wird oder Angebote wegfallen.

Es hilft ganz und gar nicht, in panische Angst zu verfallen, dass eine falsch getroffene Entscheidung womöglich die Zukunft des Kindes gefährdet. Viele Eltern setzen sich damit einem enormen Druck aus – und nicht selten bekommen den auch die Kinder zu spüren. Eltern sollten in der Schulwahl, gemeinsam mit dem Kind, auch auf ihr (Bauch-)Gefühl vertrauen und die Entscheidung nicht nur im Rahmen von Karriereplanung und Statusfrage fällen.

Wer entscheidet: Kind oder Eltern?

Natürlich sollten die Wünsche des Kindes, wenn es um die künftige Schule geht, nicht einfach ignoriert und das Kind über seinen Kopf hinweg an der neuen Schule angemeldet werden. Doch die Ansprüche und Kriterien, die ein Kind in diesem Alter für die neue Schule ansetzt, werden sich vermutlich nicht mit denen der Eltern decken. In vielen Fällen wünschen sich die Kinder vor allem, auf die gleiche Schule zu gehen wie ihre Freunde. Das aber kann nicht das entscheidende Kriterium für die Schulwahl werden. Da Eltern in ihre Wahl wichtige und zukunftsorientierte Kriterien einbeziehen können, die das Kind nicht im Blick hat, muss die Entscheidung letztendlich von den Eltern getroffen werden.

Wichtig dabei ist, dass das Kind auf jeden Fall in die Schulwahl miteinbezogen wird. Die Wünsche des Kindes sollten gehört und soweit möglich und, mit den Kriterien der Eltern vereinbar, berücksichtigt werden. Die schließlich von den Eltern getroffene Entscheidung sollte dann mit kindgerechten Argumenten begründet werden.

Kinder brauchen konkrete und überzeugende Argumente im Hier und Jetzt. Das bedeutet also, dass dem Kind die Vorteile der Schule gezeigt werden, die es auch verstehen kann. Denn eine positive Einstellung des Kindes der neuen Schule gegenüber ist sehr hilfreich für einen gelungenen Schulstart wenn nicht sogar die Grundvoraussetzung.

Ist die Entscheidung auf eine Schule gefallen, die nicht von den Freunden des Kindes besucht wird, sollte besprochen werden, dass das Kind mit Sicherheit neue und weitere Freunde finden wird, die getrennten Schulen aber auch nicht das Ende der Freundschaft bedeuten. Gemeinsam kann überlegt werden, wie die Freundschaft künftig trotzdem gepflegt werden kann.

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