„Es gibt grundsätzlich vier verschiedene Formen der Glätte“, erklärt Linda Noël, Abteilung Basisvorhersagen beim Deutschen Wetterdienst (DWD). „Reifglätte entsteht durch Reifbildung, Eisglätte durch überfrierende Nässe. Die Ursache von Glatteis ist gefrierender Regen – und Schneefall sorgt für Schneeglätte.“ Damit Straßenglätte überhaupt entsteht, gibt es zwei Grundvoraussetzungen: Die Temperatur des Straßenbelags muss unter 0 Grad Celsius liegen. Und es muss genug Feuchtigkeit, entweder in Form von Luftfeuchte oder Niederschlag, vorhanden sein.
Schon kleinste Reifmengen können zu Straßenglätte führen. In Verbindung mit Nebel kann es zu sehr starken Reifablagerungen kommen. Bei Temperaturen unter 0 Grad gefrieren die im Nebel noch flüssigen kleinsten Wassertröpfchen sofort beim Auftreffen auf Gegenständen oder der Fahrbahnoberfläche. Weil aber auch die Bewölkungsverhältnisse und teilweise auch die Windstärke maßgeblichen Einfluss auf die Temperaturentwicklung der Straße haben, ist eine exakte Wettervorhersage nicht immer einfach.
Die Vorhersagbarkeit von Straßenglätte bleibt eine Herausforderung. Eine wesentliche Voraussetzung, um die Wettervorhersagen zu verbessern, ist die Erweiterung der Messdatengrundlage. Ein wichtiges Projekt ist „FloWKar“ (Flottenwetter-Karte) – eine Zusammenarbeit des Deutschen Wetterdienstes mit einem Automobilhersteller. Fahrzeuge, so die Grundidee, sollen Messdaten der Atmosphäre, aber auch spezifische Messdaten der Straße sammeln, um im Optimalfall den aktuellen Zustand des Wetters besser zu erfassen. Noël: „Die Digitalisierung, der technische Fortschritt und neue Forschungsergebnisse lassen Verbesserungen auch im Bereich der Vorhersage von Straßenglätte erwarten.“ djd