Bausparkassen rechnen mit gutem Geschäft

von Redaktion

Die Immobilienmärkte in Deutschland sind angespannt – vor allem in Ballungszentren gibt es kaum Wohnungen und Häuser zu kaufen. Dennoch läuft bei den Bausparkassen das Neugeschäft. Doch der Chef der Wüstenrot-Bausparkasse sieht die Entwicklung mit Sorge. Trotz leer gekaufter Immobilienmärkte in Ballungszentren treiben die niedrigen Zinsen das Geschäft der Bausparkassen. „Das baufinanzierungsgetriebene Neugeschäft der Bausparkassen ist Jahr für Jahr besser und wird auch 2018 zu einem guten Ergebnis kommen“, sagt Bernd Hertweck, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Privaten Bausparkassen. „Die Beschlüsse des Wohngipfels könnten sukzessive dazu führen, dass sich die Stimmung pro Wohneigentum verbessert.“ Für die Branche rechnet er mit einem Plus von etwa fünf Prozent beim reinen Baufinanzierungsgeschäft. Obwohl sich die Situation für die Bausparkassen deutlich besser darstellt als zu Beginn der Niedrigzinsphase vor zehn Jahren erwartet, hält Hertweck die Lage für besorgniserregend. „Es kann nicht sein, dass die Mitte der Gesellschaft sich in einer Zeit, in der die Wirtschaft prosperiert, die Steuern sprudeln, von dem Gedanken verabschieden muss, je Wohneigentum zu besitzen“, sagt er. „Im Vermögensvergleich sehen wir, dass Deutschland abrutscht, obwohl das Land wirtschaftsstark ist.“ Studien wie der Allianz Global
Wealth Report zeigen zwar ein hohes durchschnittliches Pro-Kopf-Vermögen der Deutschen, die Verteilung wird aber immer ungleicher. Er halte die Entwicklung für bedrohlich, sagte Hertweck. Eine Auswertung der Landesbausparkassen zeigt, dass Menschen, die für Wohneigentum sparen, unabhängig vom Einkommen mehr Vermögen aufbauen. Eine mögliche Zinswende auch in Europa hätte nach Einschätzung von Hertweck keine dramatischen Folgen. Eine Verkaufswelle auf dem Immobilienmarkt wie in den USA vor zehn Jahren erwartet Hertweck nicht.

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