Mikro-Lösung statt Maxi-Miete

von Redaktion

In München boomen Mini-Wohnungen – und Familien wollen aufs Land

Ahndung von Wohnraumzweckentfremdung, höhere Erstanmietungsdauer, rückläufiges Angebot: Der Markt für möblierte Wohnungen auf Zeit passt sich schrittweise den neuen Rahmenbedingungen an. Dies beobachtet der Marktführer
Mr. Lodge in München. „Nach einem ungewöhnlich starken Vorjahresquartal schloss das vierte Quartal 2018 bei Vermittlungen und Gesuchen rund 15 Prozent schwächer“, erklärt Norbert Verbücheln, Geschäftsführer bei der Mr. Lodge GmbH, die seit mehr als 25 Jahren in dem Marktsegment tätig ist. Der Experte sieht mehrere Faktoren.

„Im Jahresverlauf 2018 wirkte die Beschränkung auf mittelfristige Vermietungen“, sagt Verbücheln. Angebote für drei- bis fünfmonatige Mietzeiträume etwa wurden von Mr. Lodge auch im vierten Quartal nicht mehr vermittelt, da die Stadt dies als Wohnraumzweckentfremdung ansieht und ahndet. Mr. Lodge forciert bereits seit knapp einem Jahr nur noch Anmietzeiträume von mehr als sechs Monaten.

Ein weiterer Faktor bleiben laut Verbücheln die Verfügbarkeiten. Das Angebot von neuen Erstangeboten lag im vierten Quartal 2018 rund zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. Interessant ist der Anteil des möblierten Wohnungsmarktes am Gesamtmarkt. „Das Angebot an möblierten Wohnungen ist in den vergangenen drei Jahren zurückgegangen. “Für das erste Halbjahr erwartet Mr. Lodge stärkere Nachfrage und Anstieg der Vermittlungen. Eine Angebotsveränderung wird es voraussichtlich in diesem und im kommenden Jahr geben. Im Raum München drängen Boardinghäuser auf den Markt mit 3000 möblierten Einheiten, meist sogenannten Mikro-Apartments. „Das wachsende Angebot wird sich preisdämpfend auswirken.“

Massivhäuser

Neuigkeiten und Trends kommen auch vom Markt für Massivhäuser: Im Jahr 2018 baute Town & Country Haus so viele Massivhäuser in Deutschland wie noch nie zuvor seit der Unternehmensgründung.

Mit 2986 gebauten Massivhäusern erzielte Town & Country Haus ein neues Rekordergebnis in der Unternehmensgeschichte. Deutlich mehr als 30000 Häuser baute Town & Country Haus seit 2009.

Noch nie wurden seit der Gründung im Jahr 1997 so viele Massivhäuser in einem Jahr an Bauherren übergeben.

Und das trotz des aktuellen Grundstücks- undHandwerkermangels. „Dasspricht für die Effizienz unserer Bauprozesse und die Professionalität unserer regionalen Franchise-Partner“, sagt Jürgen Dawo von Deutschlands führender Massivhausmarke. Das Interesse am Bau eines eigenen Massivhauses ist weiterhin hoch. Dennoch waren die Verkaufszahlen (inklusive der Zahlen mit über 300 Franchise-Partnern) mit 4033 Massivhäusern und einem Auftragsvolumen von 806 Millionen Euro leicht rückläufig.

Die Reform des Bauvertragsrechts verunsicherte Bauinteressierte am Jahresanfang. Viele warteten auch konkrete Bedingungen des Baukindergeldes ab. Der Blick auf das neue Jahr ist angesichts niedriger Zinsen optimistisch.

Das vergleichsweise günstige Baugeld ermög-
licht Normalverdienern den Hausbau zu mietähnlichen Konditionen, auch bei wenig Eigenkapital. Eine aktuelle Studie im Auftrag des TV-Magazins „Panorama“ zeigt, mancherorts müssen Familien für eine Mietwohnung bis zu 40 Prozent ihres Einkommens investieren.

Der Abstand zwischen Miete und monatlicher Kreditrate schrumpft weiter oder kehrt sich gar um.

Der Trend geht zum eigenen Massivhaus auf dem Land. Das belegen die Ergebnisse des aktuellen bau-o-meters der aproxima Gesellschaft für Marktforschung. Danach können sich 45 Prozent der Befragten den Hausbau im ländlichen Raum vorstellen, 26 Prozent wünschen sich ein Haus in einer Kleinstadt mit bis zu 20000 Einwohnern.

Gerade einmal zehn Prozent wollen im Einzugsbereich einer Mittel- oder Großstadt bauen.

Artikel 3 von 11