Müllvermeidung im Haushalt

von Redaktion

Frankfurter Messe „Ambiente“ zeigt Alternativen zu Wegwerfartikeln

Die Industrie muss sich damit auseinandersetzen, problematische Stoffe zu vermeiden. Dass es kreative Ideen dafür gibt, zeigte jetzt die Konsumgüterbranche auf ihrer Weltleitmesse Ambiente in Frankfurt.

Ein problematisches Kunststoffprodukt ist Frischhaltefolie. Sie landet nach dem Gebrauch meist im Restmüll. Es gibt aber dauerhafte Varianten, zum Beispiel das Produkt Bee’s Wrap. Der Baumwollstoff soll Frischhalte- und Alufolie ersetzen. Er ist mit Jojobaöl, Harz und Bienenwachs behandelt, sodass er ein Jahr lang mit Wasser und etwas Seife gewaschen werden kann, ohne seine Funktion zu verlieren oder Gerüche anzunehmen, erläutert Ellen Visser vom EU-Vertrieb für Bee’s Wrap. Anschließend kann der Stoff auf dem Kompost verrotten.

Ein Problem ist auch Einweg-Geschirr für Partys, Picknicks und Ausflüge. Viele Unternehmen wie auch Ex.Tra haben Alternativen entwickelt, die verrotten können. Die Teller aus Papierfasern sollen Firmeninfos zufolge unter Laborbedingungen nach zwölf Wochen nicht mehr von Kompost zu unterscheiden sein.

Geradezu eine Schwemme von Alternativen gab es in Frankfurt vor allem für zwei typische Wegwerfprodukte: Plastikflaschen und Einmalbecher für den Kaffeegenuss unterwegs. So hatte das Unternehmen Stelton zwar „quasi von Anfang an“ Trinkbehälter im Angebot, „nur kaufte sie keiner“, sagt Chef Michael Ring. „Jetzt ist die Zeit gekommen. Wir verkaufen sehr viele davon, und ich meine wirklich sehr viele.“ Dass aber gerade die Hipster und Influencer dazu greifen, hat Ring überrascht – noch mehr, dass für ihn der Becher vielerorts schon zum modischen Accessoire geworden ist. Dafür aber musste sich die Branche verstärkt mit einem schickeren Design auseinandersetzen, erklärt Ring. Und auch mit modischen Details. Steltons Idee: Der „To Go Click“-Isolierbecher ist auch mit einem Spiegel als Deckel erhältlich. Auch bei Mepal nimmt man einen Wandel in der Wahrnehmung der To-go-Behälter wahr. Das Unternehmen stattet seit Langem in seiner Heimat, den Niederlanden, quasi jedes Kind mit Brotzeitboxen aus, aber an die Erwachsenen kam es lange nicht heran, berichtet Marketingexperte Christoph Reermann von Mepal. Und wenn, dann wurden Trinkbehälter und Mitnahmeboxen eher dem Camping zugesprochen. Das habe sich geändert. Mepal wertet seine Behälter mit kleinen Details auf. So hat etwa die Obstbox einen Siebeinsatz, damit die Früchte nach dem Waschen abtropfen können. Erwähnenswert ist aber noch eine weitere Produktgruppe, die aktuell einen Schub erhält: Alternativen für den Einweg-Strohhalm. Dieser klassische Wegwerfartikel aus Plastik wird in der EU in naher Zukunft verboten sein. Daher bringen die Firmen viele Alternativen aus Glas, aus Metall und Holz, darunter insbesondere Bambus, auf den Markt. Übrigens, auch sie waren in Frankfurt zu sehen, wenn auch erst in sehr kleiner Zahl: Hand-Zahnbürsten aus umweltverträglicheren Materialien wie Holz, auch darunter insbesondere Bambus. Die Bors- ten der neuen Bürsten bestehen aus Bambus-Kohle.

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