Der versteckte Bauschaden

von Redaktion

Wie Sie im Ernstfall reagieren und dieFinanzierung retten können

Das eigene Haus ist für die meisten Menschen die größte Investition ihres Lebens. Pannen bei diesem Projekt rauben den letzten Nerv und kommen angehende Wohneigentümer teuer zu stehen. Bauschäden verursachen im Schnitt rund 84000 Euro Kosten, das sind rund 55000 Euro mehr als vor gut zehn Jahren, wie aus dem im Auftrag des Bauherren-Schutzbundes (BSB) erstellten Bauschadenbericht hervorgeht. Bauherren und Käufer können vorbeugen.

Zeitverzug und Ausgaben für die Schadensbeseitigung gehören nach Auskunft von BSB-Geschäftsführer Florian Becker zu den größten Belastungen des Baubudgets. Beides schlägt direkt auf die Finanzierung durch. „Verzögerter Umzug, weiterlaufende Miete, Zahlung von Bereitstellungszinsen an die Bank, weil sich Abnahme und Schlussrechnung nach hinten schieben“, listet Becker Posten auf, die die Kalkulation über den Haufen werfen.

Hinzu kommt, dass zukünftige Eigentümer Schäden oftmals zunächst auf eigene Kosten beheben lassen wollen, um einen teuren Baustillstand zu vermeiden. Die Ausgaben für zusätzliche Handwerker und Material können sie sich im besten Fall zwar hinterher von der ursprünglichen Baufirma zurückholen. Aber das Geld, um einen anderen Handwerker zu beauftragen, muss man erst einmal haben.

Der Analyse zufolge ist ein Teil der Bauherren gleich mit verschiedenen Schäden konfrontiert: Probleme mit Dächern, Decken, Fußböden und Wänden gehören zu den anfälligen Gewerken, Feuchtigkeit belegt ebenfalls einen vorderen Platz. Das Beheben solcher Schäden ist meistens richtig teuer. Damit die Finanzierung trotzdem standhält, empfiehlt Stephan Scharfenorth vom Online-Portal Baufi24.de, von Anfang an einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben einzuplanen. In Verhandlungen mit dem Kreditgeber könnten außerdem Konditionen besprochen werden, die die Hausbank für eine eventuelle Nachfinanzierung aufrufen würde.

Der BSB konkretisiert Puffer in Zahlen: zwei bis drei Monate Zeit über den Fertigstellungstermin hinaus einkalkulieren und fürs Erste mindestens 5000 Euro in der Hinterhand haben. Finanzieller Spielraum verbessert im Schadensfall die Verhandlungsposition gegenüber dem Bauunternehmen. „Da macht der Bauherr Zugeständnisse, die er ohne Druck nicht machen würde“, meint BSB-Geschäftsführer Becker.

Scharfenorth empfiehlt, sich einen unabhängigen Baubetreuer an die Seite zu holen. Baubegleiter schauen sich auf Wunsch Vertrag, Planung und Baustelle an. Die Zahl der Kontrollbesuche wird mit dem Bauherren abgesprochen. Mängel werden protokolliert sowie Empfehlungen zur Fehlerbeseitigung gemacht und Fristen vorgeschlagen, bis wann die Korrekturen zu erledigen sind. Mit diesen Unterlagen kann der Bauherr die ausführende Firma auffordern, Abhilfe zu schaffen.

Grundsätzlich kann jeder Architekt als Baubegleiter arbeiten. Zu finden sind die Experten über die Kammern, Verbände und das Internet. Sie arbeiten auf Honorarbasis. Den Aufwand für ein Einfamilienhaus ohne Keller schätzt der BSB auf etwa 3000 Euro. Das ist weniger, als das Traumhaus ganz oder teilweise in den Sand zu setzen.

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