Wer jetzt eine Ausbildung beginnt, startet in eine sichere Zukunft. Denn die Bedingungen sind in Zeiten von Fachkräftemangel und leeren Stellen denkbar gut: Zum zweiten Mal in Folge haben die bayerischen Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen wieder mehr Auszubildende eingestellt.
Für 2018 verzeichnet der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der IHK-Ausbildungsbetriebe legte ebenfalls leicht auf 31090 zu und erreichte damit den höchsten Stand seit 2015. Wie in den Vorjahren blieben viele Lehrstellen mangels Bewerber unbesetzt. Die Arbeitsagentur sprach zuletzt von mehr als 16000 unbesetzten Ausbildungsplätzen in Bayern.
„Angesichts des Fachkräftemangels und des leer gefegten Arbeitsmarktes haben die Betriebe alle Register gezogen, um langfristig ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Die Umkehr des langfristigen Abwärtstrends ist ein äußerst gutes Signal, auch wenn immer noch zu viele Unternehmen nicht alle Ausbildungsplätze besetzen können“, kommentiert BIHK-Präsident Eberhard Sasse. Er führt das deutliche Plus auf das große Engagement der Betriebe sowie erfolgreiche Informationskampagnen zurück. Die bayerischen IHKs und Partner wie das Wirtschaftsministerium hätten in den vergangenen Jahren viel für ein zeitgemäßes Image der Ausbildung getan, darunter die Aktion „Elternstolz“, die „Wochen der Ausbildung“ und Bildungsmessen. Der BIHK-Präsident betont, dass die Ersteinschreibungen an Bayerns Hochschulen 2018 leicht rückläufig waren. „Es wäre eine sehr gesunde Entwicklung, wenn sich beide Trends so fortsetzen“, sagt Sasse. Wichtig sei eine ausgewogene Balance beider Bildungswege. Auch Flüchtlinge sorgen erneut für Zulauf im Ausbildungssystem. 2018 traten in Bayern rund 3000 Jugendliche aus fluchtwahrscheinlichen Ländern eine Ausbildung an, ein Zuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Top-IHK-Berufe im Freistaat blieben 2018 unverändert: Bei jungen Frauen steht die Kauffrau für Büromanagement an der Spitze, bei jungen Männern der Fachinformatiker. In der Gesamtrechnung führen unverändert die Einzelhandelskaufleute vor den Kaufleuten für Büromanagement und den Verkäufern. Es folgen Industriekaufleute und Fachinformatiker. Insgesamt gibt es im Freistaat über 200 Berufe im IHK-Bereich.
In Oberbayern verzeichnete die IHK für München insgesamt 17021 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe legte leicht auf 9992 zu und erreichte damit den höchsten Stand seit 2013. Laut Angaben der Arbeitsagentur blieben rund 4300 Ausbildungsplätze in Oberbayern unbesetzt. Mehr Informationen unter ihk-muenchen.de.